Der Mann ist zum Schiessen

Johann Schneider-Ammann: Alle lachen über ihn, er denkt an anderes.

Johann Schneider-Amman plädiert für Humor. Screenshot: Youtube

Johann Schneider-Amman plädiert für Humor. Screenshot: Youtube

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Die Schweiz ist kein Epizentrum der Heiterkeit, zum Glück haben wir unsere Bundesräte. Adolf Ogi, der bei seiner Neujahrsansprache einer Tanne zuredet. Ueli Maurer, der sich die beste Armee der Welt herbeiwünscht. Hans-Rudolf Merz, der über Bündnerfleisch referiert. Guy Parmelin, der Englisch redet. Doris Leuthard, die etwas verspricht.

Adolf Ogis legendäre Neujahrsansprache vor dem Lötschberg-Tunnel (Januar 2000). Quelle: Youtube

Hans-Rudolf Merz, kurz vor seinem Rücktritt, referiert im Parlament über Bündnerfleisch und bekommt Lachanfälle. Quelle: Youtube

Und jetzt Johann Schneider-Ammann, unser Bundespräsident. Der kam am Sonntag im Fernsehen und sprach zum Tag der Kranken. Empfahl ihnen das Lachen als Medizin und sah dabei aus, als müsse er selber ins Spital. Auf Deutsch klang er wie ein Bestatter, auf Französisch wie ein Bestatter mit Zahnweh.

Johann Schneider-Ammann über das Lachen als beste Medizin. Quelle: Youtube

Sein Auftritt bestätigt, was als Verdacht seit seiner Wahl kursiert: Komischsein gehört nicht zu den Kernkompetenzen des Volkswirtschaftsministers. Spontansein ist nicht seine Sache. Schon das Vortragen eines Textes fällt ihm schwer. Sein Stilmittel bleibt die Monotonie, sein Gesprächspartner ist der Teleprompter. Der Berner Freisinnige ist ein bleierner Typ. Neben ihm wirkte Samuel Schmid so heiter wie der Dalai Lama.

Dabei erreichte Schneider-Ammann mit seinem Auftritt gerade das, was er nicht kann. Der Clip viralisierte sich über Nacht, seither lacht sich die Welt gesund. Die Sendung «Le petit journal» auf Canal + brachte einen Beitrag und belustigte die Franzosen.

Auf dem französischen TV-Sender Canal+ machte sich der Moderator über den Bundespräsidenten lustig.

Er selber hat anderes vor: Johann Schneider-Ammann möchte möglichst viele Schweizer Waffen exportieren lassen. Mehrmals drängte er in den letzten Wochen im Bundesrat darauf, die Schweiz möge das Exportmoratorium gegen Länder wie Katar oder Saudiarabien aufheben, die am Jemen-Konflikt beteiligt sind.

Setzt er sich durch, wird dort jeder Tag zum Tag der Kranken.

Erstellt: 08.03.2016, 19:48 Uhr

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