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Der Rechtsrutsch im Tessin geht weiter

Nach Baselland, Luzern und Zürich konnte die FDP auch im Tessin zulegen. Die Lega gewinnt ebenfalls Wähler. Verlierer sind auch die grossen Linksparteien.

135 Tessiner Gemeinden wählen das kantonale Parlament: Ein Stimmenzähler signiert nach der Schliessung eines Stimmlokals in Mendrisio Stimmausweise. (19. April 2015)
135 Tessiner Gemeinden wählen das kantonale Parlament: Ein Stimmenzähler signiert nach der Schliessung eines Stimmlokals in Mendrisio Stimmausweise. (19. April 2015)
Francesca Agosta, Keystone

Nach den Erfolgen in anderen Kantonen hat die FDP auch bei den Wahlen ins Tessiner Kantonsparlament zugelegt: Mit einem Wähleranteil von 26,7 Prozent hält sie die rechtspopulistische Lega auf Distanz, die sich ebenfalls über zusätzlich Wählerstimmen freuen kann.

Die Lega erreichte einen Wähleranteil von 24,2 Prozent – ein Plus von 1,4 Prozentpunkten gegenüber den letzten Wahlen im Jahr 2011. Sie bleibt damit im Tessiner Grossen Rat mit 22 Sitzen die zweitgrösste Partei hinter der FDP, die gar um 1,5 Prozentpunkte zulegen konnte und neu über 24 Sitze verfügt. Beide Parteien schicken je einen zusätzlichen Vertreter ins 90-köpfige Parlament.

Bignascas Tod kostet keine Stimmen

Damit setzte sich der Rechtsrutsch im Südkanton, der sich bereits bei der Wahl der Regierung am Sonntag angedeutet hatte, fort. Der Tod ihres Gründers Giuliano Bignasca im März 2013 hat die «Leghisti» also keine Wählerstimmen gekostet – im Gegenteil. Mit den Kandidaten Norman Gobbi und Claudio Zali hatte die Lega am Sonntag bereits ihre beiden Sitze in der Kantonsregierung verteidigt.

Der FDP gelang es zwar nicht, den angestrebten zweiten Sitz in der Tessiner Regierung zu erobern, den sie 2011 an die Lega verloren hatte. Bei den Parlamentswahlen eilt die Partei hingegen von Erfolg zu Erfolg. Nach Baselland, Luzern und Zürich konnte die FDP nun auch im Tessin zulegen.

SP und Grüne verlieren

Drittstärkste Partei nach FDP und Lega bleibt mit einem Wähleranteil von 18,5 Prozent die CVP. Allerdings fielen die Christdemokraten damit deutlich hinter das Ergebnis von 2011 zurück (20,5 Prozent) und büssen zwei ihrer bisher 19 Sitze ein.

Neben der CVP gehören die linken Parteien zu den Verlieren: Die Sozialdemokraten kamen auf einen Wähleranteil von 14,7 Prozent (2011: 15,1), was 13 Sitzen entspricht (-1). Die Grünen erreichten noch 6,0 Prozent (2011: 7,6) und verloren einen ihrer sieben Sitze. Am Sonntag hatte sich die Partei mit ihrem Chef Sergio Savoia erfolglos um einen Sitz in der Kantonsregierung beworben.

SVP mit neuen Partnern

Die Tessiner SVP trat zusammen mit zwei Partnerparteien erstmals unter dem Namen «La Destra» an. Mit dieser Strategie wollte sich die Partei vom bisherigen Partner Lega abgrenzen. Das Resultat: Ein Wähleranteil von 5,8 Prozent (+0,6) und unverändert fünf Sitze.

Die Kommunisten verfügen neu über zwei Sitze im Tessiner Grossen Rat (+1), die Partei MontagnaViva zieht mit einem Vertreter neu ins Parlament ein. Die Wahlbeteiligung betrug 62,3 Prozent.

SDA/thu

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