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Der ruinöse Kampf geht in die nächste Saison

Skigebiete locken vermehrt mit Sonderangeboten, obwohl viele Bergbahnen sich die Rabattschlacht gar nicht leisten können.

Auf den ersten Blick hielt man die Macher in Saas-Fee für verrückt, als sie vor zwei Jahren die Saisonkarte für nur 222 Franken vorstellten. Doch die Strategie ging für die Region als Ganzes auf. Die Wintersportler griffen bei der Aktion fleissig zu, mehr Touristen kamen ins Saastal, die Zahl der Übernachtungen stieg, die Restaurants füllten sich, und den Sport­geschäften lief es ausgezeichnet.

Zwei Jahre später muss man bei den Saastal-Bergbahnen aber zugeben, dass das Billigangebot zum Problem werden kann. Der hohe Werbeaufwand für die Abo-Aktion belastet die Bergbahnen. Zudem ziehen andere Tourismusregionen nach und locken ebenfalls mit tieferen Preisen.

Preis ist gar nicht entscheidend

Der Wintersport verkommt wie der Luftverkehr zur Preisschlacht. Im Gegensatz zum Fliegen ist Skifahren aber kein Wachstumsmarkt. Die Zahl der Skitage in der Schweiz ging seit 2005 um rund ein Viertel zurück. Eine Reduktion des Angebots fand jedoch nicht statt. Vereinzelt gingen kleine Skigebiete zu, beispielsweise Lungern-Schönbüel OW. Grössere Regionen wie Andermatt-Sedrun, Flims-Laax oder Zermatt bauen hingegen kräftig aus. Bis zu 350 Millionen Franken haben die Seilbahnun­ternehmen heuer in neue Bahnen, Beschneiungsanlagen, Pistenfahrzeuge und Gastrobetriebe investiert, wie der Branchenverband schreibt.

Wer von der aktuellen Rabattschlacht im Schnee profitiert, wird man erst in ein paar Jahren beurteilen können. Laut Fachleuten ist der Preis bei der Wahl des Skigebiets nicht unbedingt entscheidend – Erreichbarkeit, Qualität und Verbundenheit sind oftmals wichtiger.

Viele Bahnen kämpfen bereits heute mit finanziellen Problemen. Zwei von drei Gesellschaften sind nicht oder nur knapp rentabel. Sie sind auf Zuschüsse der öffentlichen Hand oder privater Investoren angewiesen. Die Sessel- und Skilifte fahren weiter, um die Arbeitsplätze in der Region zu sichern. Hält der Preiskampf an, geraten die Bahnen stärker unter Druck. Ohne finanzielle Zuschüsse droht gerade kleineren Skigebieten das Aus.

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