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Didier Burkhalter

«Ihm fehlt die gewisse Lockerheit.» Der Innenminister ist ein ehrgeiziger, aber stiller Bundesrat. Die etwas andere Bilanz.

Politische InhalteNote: 4–5 Wenn über Didier Burkhalter gesprochen oder geschrieben wird, fällt schnell das Wort «Technokrat». In der Tat wirkt Burkhalter oft wie ein höherer Beamter und nicht wie ein Politiker. Den grossen Medienauftritt scheut er, mit interessanten politischen Ideen ist er bislang nicht aufgefallen. Erfolglos ist er deshalb nicht: Jüngst hat er die Managed-Care-Vorlage durchs Parlament gebracht, was seinem umtriebigen Vorgänger Pascal Couchepin nicht gelungen war. Bleibt Burkhalter im Innendepartement, wird die Reform der AHV zu seinem grossen politischen Projekt. Der demografische Druck zwingt zum Handeln. Allerdings mehren sich die Stimmen, die von Burkhalters Liebäugeln mit dem Aussendepartement berichten. Da er 2013 den Bildungsbereich ans Volkswirtschaftsdepartement verliert, schmälert sich das Gewicht seines Innendepartements. Das könnte ihm den Wechsel erleichtern. Der Mann ist ehrgeiziger, als er wirkt. Im Aussendepartement könnte er, der Verfechter des bilateralen Wegs, die Bilateralen III auf den Weg bringen – ein ehrgeiziges Projekt für einen ehrgeizigen Magistraten.

RhetorikNote: 4–5 Er legt eine angenehme Zurückhaltung an den Tag, er ist kein Showman, er spricht nur, wenn er etwas zu sagen hat, und überlegt vorher lange. Im Tonfall hat er eine seriöse, freundliche Grundhaltung, ohne unterwürfig zu wirken. Er ist ein guter Zuhörer, das wertet ihn kommunikativ auf. Allerdings vermisst man bei ihm Emotionalität, er sollte auch verbal mal etwas energischer werden, sonst fehlt die Durchschlagskraft. Rhetorisch mangelt es ihm an Eindeutigkeit.

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