Für 35 Euro über die Alpen

Eine Maut für Alpenstrassen, wie sie Schweizer Politiker fordern, gibt es in anderen europäischen Ländern schon lange. Unsere Übersicht zeigt, wo man wie viel zahlen muss.

Die Maut gibt es in ganz Europa für Tunnels (rot), Pässe (blau) und Brücken (grün). Dies ist keine vollständige Aufstellung, sondern zeigt die wichtigsten mautpflichtigen Strecken in Europa.


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Nur wer zahlt, soll künftig die Alpen überqueren können. Dies fordert eine breit abgestützte Gruppe Politiker rund um den GLP-Nationalrat Jürg Grossen. Mit dieser Maut soll eine faire Strassenfinanzierung garantiert und nicht zuletzt auch verhindert werden, dass noch mehr Verkehr durch die Schweiz rollt.

Schon jetzt gibt es in der Schweiz einen Berg, den Autofahrer nur mit einer Gebühr durchfahren dürfen: der Grosse Sankt Bernhard, der das Wallis mit dem Aostatal in Italien verbindet. Alle anderen Tunnel in der Schweiz – mit Ausnahme von Autoverladestrecken – dürfen gratis benutzt werden. Die Vignette ist für den Autofahrer die einzige Gebühr.

Österreich nutzt die Maut dort, wo sich Geld machen lässt

Damit hinkt die Schweiz seinem östlichen Nachbarn hinterher. Österreich erhebt schon lange Gebühren für viele Strassen, die durch die Alpen führen. Die Maut beschränkt sich dabei nicht allein auf Tunnel. Auch bei vielen See- und Passstrassen müssen Autofahrer ins Portemonnaie greifen. Zu der Vignette von 85.70 Euro jährlich (oder 8.80 für zehn Tage) kommt bei einer Alpenüberfahrt noch eine Zusatzabgabe dazu.

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Am teuersten kommt es bei der Spazierfahrt vorbei am Grossglockner, der mit 3770 Metern der höchste Berg Österreichs ist. 35 Euro müssen Automobilisten berappen. Doch die Österreicher haben die Maut schon weiterentwickelt. Sie verkaufen damit nicht nur das Recht, die Passstrasse mit ihren 36 Kurven zu befahren, sondern auch eine Touristenattraktion: Zahlreiche Informationsstände und zehn Ausstellungen säumen die Alpenstrasse. «48 Kilometer Fahrspass» steht auf der Website der Strasse, die seit Anfang Januar auch im Bewerbungsprozess als Unesco-Weltkulturerbe steht. Durchschnittlich fahren 200'000 Fahrzeuge pro Jahr über die Grossglockner-Strasse. Das entspricht einer geschätzten Mauteinnahme von 7 Millionen Euro.

Zahlreiche Strassen folgen diesem Beispiel wie die Kauntertaler Gletscherstrasse (12 Euro), die Bergstrasse Farrenau (10 Euro) oder die Zillertaler Höhenstrasse (7 Euro). Doch auch auf Tunnel hat Österreich eine Maut erhoben. Den Felbertauern dürfen Automobilisten für 11 Euro durchfahren, den Arlberg-Tunnel für 9.50 Euro und den Karawankentunnel für 7 Euro. Diese Preise variieren je nach Wochentag und Saison. Diese Preise gelten für einen Werktag im Sommer.

Einige der heute zentralen Strassen in Europa werden durch eine Maut finanziert

Gebühren werden auch bei Brücken verlangt

Auch in Deutschland, Frankreich und Italien werden Tunnelbenutzer zur Kasse gebeten. Doch im Gegensatz zu Österreich, das über 33 Übergänge besteuert, sind es nur einzelne Tunnel oder Strassen, die abgesehen von der gewöhnlichen Maut eine Abgabe verlangen.

Doch auch weit weg der Alpen müssen Autofahrer bei besonderen Strassenabschnitten eine Gebühr bezahlen. Neben Tunneln sind das vor allem Brücken. Eine Fahrt über die fast acht Kilometer lange Öresund-Brücke von Kopenhagen ins schwedische Malmö kostet 31 Euro. Ebenfalls bezahlen muss man auf dem Weg über den Viadukt von Millau in Südfrankreich (9.10 Euro), über die Donaubrücke bei Calafat in Bulgarien (6 Euro) und über die «Brücke des 24. April» in Lissabon (3.75 Euro).

Erstellt: 05.03.2016, 09:43 Uhr

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