Die andere Entwicklungshilfe der Schweiz
Migranten in der Schweiz schicken jedes Jahr mehrere Milliarden Franken in die Heimat. Die Motive sind dabei so vielfältig wie die Folgen – der Geldregen aus der Ferne ist jedoch nicht nur ein Segen.

Dieses Mal muss Marcello Santos (Name geändert) nicht lange warten. Die Schlange vor den Western-Union-Schaltern von SBB Change im Berner Bahnhof ist kurz. Der Brasilianer, der seit zwölf Jahren in der Schweiz lebt und arbeitet, schiebt ein paar Geldscheine über den Tresen, erledigt die Formalitäten. «Ich schicke regelmässig Geld nach Hause», sagt der 34-Jährige, «mal mehr, mal weniger» – wie viel genau, will er nicht verraten.