Die Anti-CBD-Allianz wird breiter

Dem legalen CBD-Hanf soll der Garaus gemacht werden. In Bundesbern formiert sich eine Allianz gegen das nicht strafbare Gras.

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Dass rechtsbürgerliche Kreise das beliebte CBD-Kraut wieder verbieten wollen, ist bekannt. Der CBD-Boom bereite den Weg zu einer vollständigen Legalisierung und verleite mehr Jugendliche zum Rauchen. Verena Herzog, SVP-Nationalrätin und Präsidentin des Vereins «Jugend ohne Drogen», kündigte bereits an, dass geprüft werde, «wie wir das stoppen können».

Nun erfährt sie Unterstützung aus dem Nationalrat. Insgesamt haben 24 Politikerinnen und Politiker die Motion für eine THC-Obergrenze unterzeichnet. Neben SVP-Präsident Albert Rösti und dem Bündner Heinz Brand (SVP) sind auch die Zürcher FDP-Politikerin Doris Fiala und ihr Berner Parteikollege Christian Wasserfallen Mitunterzeichnende. Von der CVP sind dies unter anderen der Tessiner Marco Romano und die Aargauerin Ruth Humbel, die ein Verbot von CBD stützen.

«Vermutlich vernebelt»

Insbesondere die Tatsache, dass CBD im Coop oder am Kiosk gekauft werden kann, ist der Allianz ein Dorn im Auge. Verena Herzog, die an vorderster Front gegen CBD kämpft, findet, dass es ein «fadenscheiniges Argument» sei, dass eine CBD-Zigarette nicht psychoaktiv wirken soll, schreibt der «Blick». Sie glaubt, dass «wenn jemand beispielsweise fünf Stück rauche, er vermutlich auch benebelt sein wird». Das Hauptargument der CBD-Befürworter sei deshalb nichtig.

Die Thurgauerin fordert eine Angleichung an eine THC-Obergrenze von 0,2 Prozent, die geltende Regelung ermögliche zu viele Schlupflöcher. Herzog erwähnt auch Kritik aus Polizeikreisen. Kontrollen würden fast unmöglich, da legal oder illegal von Auge und Nase nicht zu unterschieden seien.

Dieses Problem steht jedoch vor einer Lösung: Die Zürcher Polizeien haben einen Hanf-Typisierungstest in der Praxis ausprobiert. Der neue Schnelltest kann legalen CBD- Hanf von illegalem THC-haltigen Hanf unterscheiden. Die Versuchsphase mit diesem Test verlief positiv. Er wird deshalb definitiv eingeführt.

Fragen an den Bundesrat

Herzog ist sich überdies sicher, dass dank CBD Leute Hanf konsumieren würden, die das früher nicht getan hätten. Die florierende CBD-Industrie verharmlose Drogenkonsum, weshalb sie auch die Werbung für CBD kritisiert. In diesem Punkt fehle ihr jedoch gemäss «Blick» die Unterstützung von CVP und FDP.

Per Interpellation will sie vom Bundesrat wissen, was er unternehme, um bei «Werbung für Suchtmittel den Kinder- und Jugendschutz gewährleisten zu können». Für die SVP und ihre Klientel liess die diplomierte Kindergärtnerin im Vorstosstext festhalten, dass Schweizer Hanfbauern weiterhin zu legalen Zwecken Hanf anbauen dürften. Für die Kosten der Überprüfung des THC-Wertes müsse jedoch der Hersteller aufkommen. (nag)

Erstellt: 19.12.2017, 10:01 Uhr

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