Zum Hauptinhalt springen

«Die Asylverfahren sind kafkaesk»

Migrationsexperte Thomas Kessler sagt, von der Schweizer Asylpolitik profitierten heute die Falschen. Er fordert einen Umbau unter linker Führung.

«In Norwegen oder Holland dauert das Asylverfahren dreimal weniger lang als bei uns»: sagt Thomas Kessler.
«In Norwegen oder Holland dauert das Asylverfahren dreimal weniger lang als bei uns»: sagt Thomas Kessler.
Sophie Stieger

Es kommen wieder deutlich mehr Asylsuchende in die Schweiz. Sie wollen Arbeit, die Gemeinden keinen Ärger. Steht die Asylpolitik vor unlösbaren Problemen?

Die Schweiz hat sich in ihrer Geschichte durch Pragmatismus ausgezeichnet. Hervorzuheben ist dabei die grösste Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg: die Aufnahme von Zehntausenden von Flüchtlingen des Balkankriegs. Von diesem Pragmatismus ist nichts mehr zu spüren. Wir betreiben in der Asylpolitik einen riesigen Aufwand mit minimem Nutzen. Wir haben eine unübersichtliche Verfahrenskette vom Bund über die Kantone und die Gemeinden installiert. Gleichzeitig haben wir die einzige zivile Sicherheitsorganisation des Bundes, die Grenzwacht, abgebaut. Das ist kafkaesk und untypisch für die Schweiz.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.