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Die BDP verpasst eine historische Chance

Das Projekt einer «Union» zwischen BDP und CVP ist gescheitert. Zum Nachteil der kleineren Partnerin.

In der Schweizer Parteienlandschaft ist die BDP ein besonderes Gewächs, aus dem Boden geschossen dank kräftiger Mithilfe von Berner Prominenz, darunter Ex-Bundesrat Samuel Schmid und Ursula Haller. 2008 national gegründet, bot die Kleinpartei der von der SVP verstossenen Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und anderen blochermüden SVP-Politikern eine neue Heimat. Zwar zerschlug sich die Hoffnung der Gründungsriege, mit der Abspaltung die SVP zu schwächen – die BDP-Wahlerfolge gingen in der Folge häufig zulasten der FDP. Doch egal: Das Selbstbewusstsein der BDP war erfrischend; einige sahen in ihr schon die Hefe, die zwischen den politischen Polen eines Tages eine breite Zentrumspartei entstehen lässt.

Die «Union» mit der CVP wäre der erste Schritt dazu gewesen. Dass er nicht gelingt, liegt am Graben zwischen Reformierten (BDP) und Katholiken (CVP), der überwunden schien, aber beim Parteivolk abseits der grösseren Zentren nach wie vor eine Rolle spielt. Und CVP-Chef Christophe Darbellays Machtanspruch, dass die CVP die erste Geige im neuen Parteiengebilde spielen soll, dürfte den Stolz der BDP verletzt haben.

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