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«Die Brauereien sind der Politik voraus»

Ein SP-Politiker fordert die Deklaration des Kaloriengehalts bei alkoholischen Getränken. Kein Problem, sagen die grossen Bierbrauer. Anders tönt es bei den Weinbauern.

Wer eine Flasche Coca-Cola oder ein Rivella kauft, kann den Kaloriengehalt des Getränks der Etikette entnehmen. Nicht so bei Bier oder Wein: Nur die wenigsten Hersteller vermerken, wie viel Energie ihre alkoholischen Getränke enthalten. Dem Zürcher SP-Nationalrat Thomas Hardegger will dies nicht einleuchten. «Genauso wie bei Süssgetränken sollten sich die Leute auch bei alkoholischen mit einem Blick darüber informieren können, wie viele Kalorien ein Getränk hat.» Wie Hardegger gegenüber dem Schweizer Radio und Fernsehen ankündigte, will er deswegen im Herbst einen Vorstoss im Parlament einreichen. Als Warnhinweis oder als Bevormundung will er die von ihm geforderte Kalorienangabe nicht verstanden haben: «Es muss ja niemand hinschauen.» Es gehe ihm vielmehr um eine Hilfestellung für alle, die abnehmen wollten. «Es gibt genügend Leute, die mit Übergewicht zu kämpfen haben.»

«Da sind die Brauereien bereits einen Schritt weiter als die Politik», sagt Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauerei-Verbands. In der Tat sind zumindest die grossen Bierproduzenten bereits in die Offensive gegangen. Feldschlösschen Carlsberg und Heineken, die zwei grössten Player im Schweizer Markt, haben die Einführung der Kalorienangabe bereits beschlossen. Auf einzelnen Schweizer Biersorten findet sich diese zudem bereits, so etwa auf dem Lager-Bier hell von Coop. Ob der Brauerei-Verband eine entsprechende Empfehlung an seine Mitglieder aussprechen wird, ist noch nicht entschieden. «Wir besprechen dies zurzeit», sagt Direktor Kreber.

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