Die CVP hat ein Personalproblem

Bei der CVP herrscht Not am Mann. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, dass am Schluss doch CVP-Präsident Gerhard Pfister ins Rennen steigt.

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Doris Leuthard war für die CVP ein Glücksfall in jeder Hinsicht. Sie war 2006 die einzige und bei allen Parteien unbestrittene Kandidatin. Sie wurde nominiert und gewählt.

Diesmal ist die Konstellation anders. Eine Einerkandidatur werden die anderen Fraktionen nicht akzeptieren, und mindestens eine Frau muss erneut auf dem Ticket stehen. Die CVP hat zwar fast ein Dutzend mögliche Interessentinnen und Interessenten, aber niemanden, der sich für das Bundesratsamt aufdrängt.

Von den Frauen dürfte es am ehesten der Oberwalliserin Viola Amherd zum Wahlvorschlag reichen. Allerdings wird die eher links positionierte Politikerin bei der Mitte-rechts-Mehrheit im Parlament einen schweren Stand haben. Für die CVP rächt es sich, dass sie im Ständerat, wo sie traditionell stark ist, vor allem durch Männer vertreten ist. Und bei den Männern hat der lange Zeit aussichtsreichste Kandidat, Ständerat Konrad Graber, im August den Rückzug aus der Politik angekündigt.

Ohne Mitte gerät die Regierung aus dem Lot.

Die Personaldecke der CVP ist also dünn. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, dass am Schluss doch CVP-Präsident Gerhard Pfister ins Rennen steigt, auch wenn er dies jetzt dementiert. Wenn Not am Mann ist, lässt er sich vielleicht bitten, und die rechte Parlamentsmehrheit könnte ihn sogar wählen. Würde für die FDP gleichzeitig Karin Keller-Sutter in den Bundesrat einziehen, stünde der Bundesrat deutlich weiter rechts als das Parlament.

Für das Wohl des Landes wäre das schlecht. Die Kollegialregierung muss auf Konsens ausgerichtet sein. Dem politischen System der Schweiz mit Referendum und Initiative droht die Blockade, wenn eine Seite den Durchmarsch probt. Im Bundesrat braucht es eine Vertretung aller politischen Kräfte, dazu zählt auch die Mitte. Die CVP muss im Bundesrat weiterhin die Rolle der Vermittlerin zwischen links und rechts wahrnehmen. Ohne Mitte gerät die Regierung aus dem Lot.

Erstellt: 27.09.2018, 23:49 Uhr

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