«Die Erhöhung des Rentenalters ist Unsinn»

Linke Jungparteien bilden eine Koalition für die AHV. Das Rentensystem müsse reformiert werden – durch die Schwächung der Pensionskassen.

«Die wichtigste politische Errungenschaft der letzten Jahrzehnte»: Tamara Funiciello setzt sich für eine stärkere AHV ein.

«Die wichtigste politische Errungenschaft der letzten Jahrzehnte»: Tamara Funiciello setzt sich für eine stärkere AHV ein. Bild: Nicole Pont

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Keine Erhöhung des Rentenalters und keine Abbaumassnahmen: Die Juso Schweiz, die SGB-Jugendkommission, die Jungen Grünen und Jeunesse.Suisse haben am Donnerstag eine Koalition für eine starke AHV gebildet. Die AHV sei die wichtigste politische Errungenschaft der letzten Jahrzehnte.

Für unzählige Menschen bilde das Sozialwerk die einzige Existenzsicherung im Alter, hielt die Koalition vor den Medien in Bern fest. Sie werde sich darum gegen jegliche Abbaupläne stellen und eine Erhöhung des Rentenalters entschieden bekämpfen. Die Reformvorschläge der rechten Jungparteien mit einem allgemeinen Rentenalter von 66 dienten nicht den Interessen der Jugend, sondern jenen der Gutverdienenden.

Die AHV sei das grösste Entlastungspaket für die Jungen, sagte Juso-Präsidentin Tamara Funiciello. Vor der Einführung der AHV sei das Altersrisiko nicht abgesichert gewesen und lediglich privat versicherbar. Damals mussten die Jungen ihre Eltern und Grosseltern finanzieren.

Es brauche eine Reform des Rentensystems, fuhr sie fort. Diese könne aber nur in einer Stärkung der AHV und in einer Schwächung der Pensionskassen bestehen. Die Erhöhung des Rentenalter sei «stupide». In Zeiten der Arbeitslosigkeit vieler über 55-Jähriger und mit der Digitalisierung sei das «gesamtgesellschaftlicher Unsinn». Dominik Fitze, Co-Präsident der Jugendkommission beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) erklärte, die AHV sei das fairste Sozialwerk. Sie sei viel günstiger und effizienter als die Pensionskassen und die dritte Säule.

Es sei absurd, dass die Renten bei den Pensionskassen sinken, während die Schweiz immer reicher wird. Tiefe Zinsen und Profite der Banken und Versicherungen aus der zweiten Säule zeigten immer mehr die Grenzen des Kapitaldeckungsverfahrens auf.

Kevin Morisod, Co-Präsident der Jungen Grünen, rief zu einer globale Sicht der Rentenproblematik auf. Die Pensionskassen hätten heute in Immobilien, fossile Energien, Waffen und anderes investiert. Die Immobilieninvestitionen brächten die Immobilienpreise zum Explodieren.

Andere Investments beschleunigten den Klimawandel. Da sei die AHV besser positioniert. Weil sie ihr Geld nicht während Jahren ansammeln müsse, hänge sie nicht von Börsenspekulationen ab. Darum müssten die AHV als erste und die Pensionskassen als zweite Säule zusammengelegt werden. (aru/sda)

Erstellt: 23.05.2019, 11:44 Uhr

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