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Die Experimente von Münsterlingen

Walter Nowak erhielt in den frühen 1970er-Jahren nicht zugelassene Substanzen verschrieben. Er war vermutlich nicht der Einzige.

Zuerst kommt die Diagnose, dann das Medikament: Früher war die Reihenfolge oft umgekehrt. (11. Dezember 2008)
Zuerst kommt die Diagnose, dann das Medikament: Früher war die Reihenfolge oft umgekehrt. (11. Dezember 2008)
Keystone

Walter Nowak war 13 Jahre alt, als er in der Psychiatrischen Klinik in Münsterlingen TG zum ersten Mal psychiatrisch untersucht wurde. Man schrieb den 5. März 1970. In den Monaten zuvor hatten die Schulleistungen des Knaben, Einzelkind eines geschiedenen Ehepaars und wohnhaft im Erziehungsheim des Klosters Fischingen, stark nachgelassen. Er schlief schlecht ein, war tagsüber müde, unkonzentriert und vergesslich. Dem Psychiater sagte der Junge, er habe in der Nacht manchmal Angstträume, in der Schule könne er nicht aufpassen, weil er «immer an daheim denke», wie es in seiner Krankenakte heisst, die dem TA vorliegt.

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