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«Die FDP wird bei den Wahlen ihre Quittung erhalten»

Die 56-jährige Regula Rytz ist seit 2012 Präsidentin der Grünen. Bild: Raphael Moser

Regula Rytz, wie sind Sie, wenn Sie wütend sind?

Sie werden häufig als zu konziliant dargestellt. Immerhin seien Sie Präsidentin einer Oppositionspartei.

Nur: Grüne Positionen werden oft nicht gehört. Kaum eine Partei liegt mit ihren Parolen beim Stimmvolk häufiger daneben als die Grünen.

Ihr Grundproblem bleibt: Wenn grüne Politik konkret wird, wollen die Schweizer nichts mehr davon wissen. Zuletzt sind alle Ihre Initiativen an der Urne gescheitert.

Sie prüfen etwa eine Initiative für eine Flugverkehrsabgabe. Reisende könnten schon heute ihren CO2-Ausstoss kompensieren – nur macht das kaum jemand.

Die Bevölkerung will also Regeln und Verbote?

Das kritisieren die Grünliberalen: Die Grünen wollten der Bevölkerung den Umweltschutz aufzwingen.

Nun prognostizieren die politischen Auguren den Grünen den grössten Erfolg aller Parteien bei den Wahlen. Warum?

In der Sozialpolitik gilt die SP als Original auf linker Seite. Wie wollen Sie sich abheben?

Das zeigt doch gerade das Dilemma: Die Grünen werden ausserhalb der Ökologie nicht als eigenständige Kraft wahrgenommen.

Mit ihrer Ablehnung des Deals gefährden die Grünen einen politischen Kompromiss – nur um sich von der SP zu unterscheiden.

Nicht nur mit dem Widerstand gegen den AHV-Steuer-Deal, auch mit jenem gegen das Rahmenabkommen zeigen sich die Grünen reformunfähig.

Gemäss Prognosen wird auch die FDP im Herbst zulegen.

Ihre Partei aspiriert aufeinen Bundesratssitz, wenn sie bei den Wahlen zulegt. Ausgerechnet die Grünen, denen die Frauenvertretung so wichtig ist, würden dann die CVP-Bundesrätin angreifen.

Umweltministerin ist neu Simonetta Sommaruga. Was muss die SP-Frau besser machen als ihre CVP-Vorgängerin Leuthard?

Als Mitte-Politikerin war es für Leuthard allerdings einfacher, im Bundesrat Mehrheiten zu finden. Sehen Sie nun eine Gefahr für die Umweltpolitik?

Die geringe Frauenvertretung in Politik und Wirtschaft und die #MeToo-Bewegung haben viele Frauen politisiert. Wird das die Wahlen beeinflussen?