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Die Folgen des Jodtablettenbriefs

Greenpeace gab sich als offizielle Behörde aus, um auf die Gefahren von AKW aufmerksam zu machen. War das geschickt? Wurde das Ziel erreicht? Droht eine Klage? Die Antworten.

Provokation in tausendfacher Ausführung: Das Jodtabletten-Begleitschreiben von Greenpeace.
Provokation in tausendfacher Ausführung: Das Jodtabletten-Begleitschreiben von Greenpeace.
Keystone

Die Botschaft kam in offiziellem Kleid daher – und sorgte selbst bei Kommunikationsprofis kurzzeitig für Irritation: Es sei unklar, wie nach einem Unfall in einem Kernkraftwerk mit radioaktiv verseuchten Lebensmitteln umgegangen oder wie eine Evakuation ablaufen würde. Daher wäre die Stilllegung der AKW ein wirksamerer Schutz gegen nukleare Risiken als Jodtabletten. Das stand in einem angeblichen Begleitschreiben zur aktuell laufenden Tablettenverteilaktion des Bundes, das letzte Woche an rund eine Million Schweizer Haushalte versandt wurde. Das vermeintlich amtliche Papier war von der Geschäftsstelle Kaliumjodidversorgung unterzeichnet. Der wahre Absender war aber Greenpeace. Damit ist der Umweltschutzorganisation ein Coup gelungen: Die Guerillaaktion rückt ein Kernthema der NGO schlagartig in die öffentliche Agenda.

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