Die Gelbwesten machen in Genf mobil

Die französischen «gilets jaunes» führen vor der UNO eine Demonstration durch. Die Organisatoren rechnen mit Tausenden Teilnehmern.

Die «gilets jaunes» in Paris: Am Mittwoch demonstrieren sie in Genf. (17. Februar 2019)

Die «gilets jaunes» in Paris: Am Mittwoch demonstrieren sie in Genf. (17. Februar 2019) Bild: Julien de Rosa/Keystone

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Eine Farbe soll am Mittwochvormittag auf dem Genfer Platz der Nationen deutlich erkennbar sein: Gelb. Die «gilets jaunes» haben vor, sich zu Tausenden vor der UNO einzufinden. Auf sozialen Netzwerken wird aufgerufen, an der Kundgebung in der Grenzstadt teilzunehmen. Die französischen Organisatoren würden mit bis zu 5000 und mehr Demonstranten rechnen, schreibt die «Tribune de Genève».

Das Bewilligungsgesuch an die lokalen Behörden wurde schon länger gestellt. Am frühen Dienstagnachmittag gab die Sicherheitsdirektion von Genf grünes Licht für die Durchführung.

Die Organisatoren haben verlauten lassen, dass man die Bedingungen für eine (friedliche) Demonstration in Genf akzeptieren würde. «Wir gehen ins Ausland. Wir sind nicht bei uns. Es gibt Regeln, und wir werden diese akzeptieren», erklärt Nico Mollier, der Verantwortliche der Kundgebung vom Mittwoch, auf Facebook. Auch wird es keinen Strassenumzug in der Rhonestadt geben, man will sich letztlich auf der Place des Nations versammeln. Die Regeln, die der Organisator aus Albertville in Savoyen für seine Gefolgschaft auf Facebook vorgibt, umfassen 20 Punkte.

Friedliche Kundgebung geplant

Mollier ruft in Erinnerung, dass die Gelbwesten im Ausland einen guten Eindruck hinterlassen möchten und die Demonstration auf jeden Fall friedlich verlaufen soll. Gemäss der «Tribune de Genève» (TdG) geht die Polizei von 3000 Teilnehmern aus, die an der Kundgebung zwischen 10 und 12 Uhr teilnehmen werden.

Die TdG findet es ein bisschen kurios, dass die «gilets jaunes» ausgerechnet vor der UNO ihre Demonstration durchführen wollen. Zwar existiere eine Menschenrechtsorganisation namens CDHJ (Conseil des droits de l’homme et de la justice), die aber völlig unabhängig von der Organisation Conseil des droits de l'homme der UNO ist und auch keine von Regierungen anerkannte Institution ist. Die TdG beschreibt die CDHJ als ein wenig mysteriös; die Organisation habe aber schon verlauten lassen, dass sie die Gelbwesten-Bewegung in Frankreich unterstütze. Die Kundgebung der «gilets jaunes» habe demnach einen rein symbolischen Charakter.

Mollier selbst findet, dass die UNO eine neutrale Organisation und deshalb geignet für die Demonstration sei. «Wir wollen sie ansprechen, sie auch um Hilfe bitten», erklärte der Savoyarde. «Wenn die UNO in Italien wäre, würden wir dorthin reisen.»

(fal)

Erstellt: 19.02.2019, 14:28 Uhr

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