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«Die Geschichte dieses Tunnels ist europäisch»

Wie funktioniert der Mythos Gotthard? Und wofür steht der durchbohrte Berg? Dazu Literaturwissenschaftler Boris Previšic.

Die Schweiz zwischen Öffnung und Abkapselung: Gotthardwächter bei Göschenen (1937). Foto: Eugen Suter (Keystone, Photopress)
Die Schweiz zwischen Öffnung und Abkapselung: Gotthardwächter bei Göschenen (1937). Foto: Eugen Suter (Keystone, Photopress)

Für Schweizer Verhältnisse drehen wir ziemlich im roten Bereich, was die Gottharderöffnung angeht. Warum fasziniert dieser Tunnel so?

Ich frag mich eher: Warum fasziniert dieser Tunnel erst jetzt so stark? Als ich vor zwei Jahren mit den Arbeiten an meinem Buch «Gotthardfantasien» begann, da wurde ich immer gefragt: Wen interessiert das? Selbst in der Innerschweiz war das die Standardfrage! Kurz vor der Eröffnung hat sich das Blatt gewendet: Politik und Medien inszenieren eine Aufregung, die ihresgleichen sucht. Trotzdem finde ich diesen Hype wichtig: Denn es geht um die Verlagerung von den Gütern auf die Schiene und um die direkteste Verbindung zwischen Süd- und Nordeuropa. Schade finde ich, dass der Tunnel hauptsächlich als Schweizer Projekt verkauft wird, obwohl er ein europäisches ist.

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