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«Die grösste Angst ist, aus dem Mittelstand rauszufallen»

Der Politikexperte Michael Hermann äussert sich zum Zustand des Mittelstands, über den morgen eine Studie von Avenir Suisse erscheint. Und er sagt, wie eine wirksame Mittelstandspolitik aussehen müsste.

Die Mittelstandsfamilie: Wer ist schuld, dass sie Angst vor dem Abstieg haben muss?
Die Mittelstandsfamilie: Wer ist schuld, dass sie Angst vor dem Abstieg haben muss?
Joern Haufe, Keystone
Etwa 60 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz werden dem Mittelstand zugeordnet. Gemäss einer gängigen Definition gehören dem Mittelstand alle Haushalte an, die ihren Unterhalt selbstständig bestreiten können, aber nicht vermögend sind.
Etwa 60 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz werden dem Mittelstand zugeordnet. Gemäss einer gängigen Definition gehören dem Mittelstand alle Haushalte an, die ihren Unterhalt selbstständig bestreiten können, aber nicht vermögend sind.
Keystone
Die sogenannten Sinus-Milieus in der Schweiz: Die Grafik veranschaulicht die unterschiedlichen Grundorientierungen, die es allein im Mittelstand respektive in der Mittelschicht gibt. Entsprechend unterschiedlich sind die politischen Haltungen.
Die sogenannten Sinus-Milieus in der Schweiz: Die Grafik veranschaulicht die unterschiedlichen Grundorientierungen, die es allein im Mittelstand respektive in der Mittelschicht gibt. Entsprechend unterschiedlich sind die politischen Haltungen.
Sinus Sociovision
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Dem Mittelstand drohe der Abstieg, heisst es immer wieder. Stehts wirklich so schlimm um den Mittelstand? Oder ist das nur Gejammer auf hohem Niveau? Tatsächlich haben Mittelstandsangehörige trotz guter Löhne häufiger weniger Geld zur freien Verfügung, weil es von steigenden Mieten und Krankenkassenprämien weggefressen wird. Das spüren vor allem die Familienhaushalte. Es muss allerdings betont werden, dass die Ansprüche des Mittelstands stark gestiegen sind. Der Mittelstand hat deutlich mehr Wohnraum und einen höheren Wohnkomfort, er kann sich Konsumgüter und eine elektronische Ausrüstung leisten, von der selbst James Bond vor ein paar Jahren nur träumen konnte. Auch die Krankenkassenprämien verschwinden nicht einfach in einem Loch, sondern kommen in Form stetig besserer medizinischer Leistungen zurück. Die subjektive Wahrnehmung von Knappheit und Verzicht ist nicht zuletzt eine Folge der häufig später stattfindenden Familiengründung. Doppelverdienerpaare, die sich alles leisten konnten, müssen mit Kindern plötzlich Verzicht üben.

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