«Die Hausbesitzer werden Federn lassen müssen»

Wie die Chancen für eine Abschaffung des Eigenmietwerts stehen – die Einschätzung von HEV-Präsident Hans Egloff.

Ist bereit, fast jeden Preis für die Abschaffung des Eigenmietwerts zu zahlen: Hans Egloff, Präsident des Hauseigentümerverbandes und SVP-Nationalrat.

Ist bereit, fast jeden Preis für die Abschaffung des Eigenmietwerts zu zahlen: Hans Egloff, Präsident des Hauseigentümerverbandes und SVP-Nationalrat. Bild: Keystone

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Sind Sie zufrieden mit dem Vorschlag der Wirtschaftskommission des Ständerats zur Abschaffung des Eigenmietwerts?
Ja. Ein Meilenstein auf dem Weg zur Abschaffung ist erreicht. Nach Jahrzehnten, in denen sich der Hauseigentümerverband vergeblich darum bemüht hat. Aus meiner Sicht wird dieses Ziel nun endlich greifbar.

Haben Sie keine Angst, am Ende doch noch zu scheitern? Das wäre ja nicht das erste Mal.
Der Vorschlag der ständerätlichen Kommission ist geschickt formuliert. Sie hat eine tragfähige Lösung gefunden. Ich gehe deshalb davon aus, dass damit auch die linken Kritiker einer Abschaffung besänftigt werden können.

Die Hausbesitzer müssen auf praktisch alle Abzüge verzichten. Wird Ihr Verband das akzeptieren?
Ich stehe voll hinter dem Vorschlag. Und im Verband haben wir zuletzt klar signalisiert, dass wir bereit sind, fast jeden Preis zu zahlen, damit die Abschaffung des Eigenmietwerts möglich wird. Und ja, die Hausbesitzer werden Federn lassen müssen: Die Abzüge für Unterhalt und Schuldzinsen fallen wohl grösstenteils weg.

Der Druck auf die Hausbesitzer, ihre Schulden zurückzuzahlen, wird aber steigen.
Niemand wird mit dieser Lösung gezwungen, Schulden abzubauen. Aber es ist richtig, dass das Schuldenmachen nicht mehr steuerlich belohnt wird.

Neu ist die Idee, wonach zumindest für Erstbesitzer von einem Eigenheim weiterhin Abzüge möglich sein sollen. Wie soll das funktionieren?
Ich stelle mir das so vor, dass eine Familie in den ersten 10 bis 15 Jahren nach dem erstmaligen Kauf ihres Hauses oder ihrer Eigentumswohnung noch Schuldzinsen von den Steuern abziehen darf. Wichtig ist, dass so eine Lösung zeitlich begrenzt und degressiv ausgestaltet ist. In den ersten fünf Jahren könnten dann zum Beispiel drei Viertel der Schuldzinsen abgezogen werden, in den zweiten fünf Jahren noch die Hälfte und zum Schluss noch ein Viertel.

Sie sitzen selbst in der Wirtschaftskommission des Nationalrats. Wie wird der Vorschlag aus dem Ständerat dort ankommen?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Vorschlag mehrheitsfähig ist. Bisher habe ich den Ständerat als die grössere Hürde angesehen. Dort sitzen die Vertreter der Kantone, die in der Vergangenheit immer wieder Bedenken gegen eine Abschaffung des Eigenmietwerts geäussert haben.

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Der Eigenmietwert soll abgeschafft werden. Richtig so?




Erstellt: 21.08.2018, 13:33 Uhr

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