Die Hornisse, eine Waffe für alle Fälle

Der amerikanische Kampfjet F/A-18 ist ein Flugzeug, das alles kann. Für die Schweiz war das ein Kaufargument.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die F/A-18 Hornet gehört zu den meistverkauften Kampfflugzeugen, es wurden bisher mehr als 1500 Stück produziert. Der Boeing-Konzern, der die Flugzeuge heute herstellt, verspricht, die Flotten durch Nachrüstungen bis zum Jahr 2030 à jour zu halten. Auch die Armasuisse in der Schweiz hat die Ausrüstung bereits nachträglich ergänzt.

Die F/A-18 wird in verschiedenen Varianten gebaut und zeichnet sich durch Vielseitigkeit aus. Das machte die Hornet (Hornisse) auch für die Schweiz als kleinen Kunden der US-Flugzeugindustrie interessant. Die Leistungen der Maschine werden von den Piloten gelobt. Das Flugzeug ist schnell einsatzbereit, erreicht innert weniger Sekunden die Schallgeschwindigkeit und kann enge Kurven fliegen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt laut den Daten der Schweizer Luftwaffe gut Mach 1,8, fast doppelte Schallgeschwindigkeit, die maximale Einsatzhöhe mehr als 16'000 Meter. (Verkehrsflugzeuge steigen auf eine Reiseflughöhe um die 10'000 Meter.)

Gemacht für Flugzeugträger

Bestellt worden waren die ersten Maschinen vom US-Verteidigungsministerium für den besonders anspruchsvollen Einsatz auf Flugzeugträgern. Die Marineinfanterie (Marines) brauchte ein Flugzeug für den Luftkampf, die Marine (Navy) gleichzeitig eines für Angriffsflüge auf Bodenziele. Die damalige Herstellerin McDonnell Douglas bot ein Flugzeug an, das die Rollen wechseln konnte. Zusätzlich liess es sich auch noch als Aufklärungsmaschine und für die elektronische Kriegsführung ausrüsten.

Am 18. November 1978 fand der Erstflug statt, 1983 gingen die ersten Maschinen an die US-Truppen, 1986 flogen Hornets die ersten Kampfeinsätze vom Flugzeugträger Coral Sea aus. Später waren Hornets im Golfkrieg und in Afghanistan im Ernstfalleinsatz, zur Zufriedenheit der Armeeführung.

Die Schweiz setzt die F/A-18 seit 1997 ein, 35 Exemplare waren zum Preis von 3,5 Milliarden Franken beschafft worden. Montiert wurden sie zwischen 1996 und 1999 in Emmen. Ausser in der Schweiz und in den USA werden Hornets auch in Kanada, Australien, Spanien, Kuwait, Finnland und Malaysia von den Luftwaffen verwendet.

Treibstoff für eine Stunde

Die F/A-18 ist in der Schweizer Ausführung 17,1 Meter lang und hat eine Spannweite von 11,45 Metern, das Höchstgewicht beim Start beträgt 23,6 Tonnen. Sie ist damit deutlich grösser als die F-5 Tiger, die veraltet ist. Die Hornet kann 7 Tonnen Waffen mitführen und mit ihren 5000 Liter Treibstoff etwas mehr als eine Stunde in der Luft bleiben - die beiden General-Electric-Triebwerke liefern ihren massiven Schub nicht ohne Folgen für den Verbrauch.

Als Bewaffnung kommen Kanonen und Lenkwaffen infrage, eine andere Art Nutzlast sind zusätzliche Treibstofftanks, Feuerleitsysteme oder Module für die elektronische Kriegsführung.

Für die Schweiz neu war bei der Einführung der Hornets, dass die Luftwaffe Tag und Nacht und bei jedem Wetter einsatzfähig wurde. Die F/A-18 wird nun einerseits bereitgehalten, um im Falle eines Krieges Ziele am Boden anzugreifen. Andrerseits ist sie das Instrument für die Wahrnehmung luftpolizeilicher Funktionen. Das heisst, dass Flugzeuge, die auf verbotenen Routen unterwegs sind oder die nicht auf Funkaufrufe der Flugsicherung antworten, durch vorbeifliegende Hornets identifiziert und allenfalls zur Landung gezwungen werden. Diese Aufgabe stellt sich regelmässig, wenn in Davos das Weltwirtschaftsforum stattfindet und der Luftraum über den Köpfen der Prominenz für Flugzeuge gesperrt wird. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.08.2016, 18:19 Uhr

Artikel zum Thema

«Das ist Pech. Das ist keine Systematik»

Der Luftwaffenchef Aldo C. Schellenberg informierte in Bern über den Absturz einer F/A-18 in Frankreich. Der Kampfjet habe plötzlich an Höhe verloren. Mehr...

Nahm ein technischer Defekt dem Piloten die Kontrolle?

Zwei Jahre nach dem Unglück in Alpnachstad OW ist erneut ein F/A-18-Kampfjet der Schweizer Luftwaffe abgestürzt. Die Maschine verlor im französischen Grenzgebiet plötzlich an Höhe. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Blogs

Geldblog Rente oder Kapital? Das müssen Sie wissen

Mamablog Wir haben bessere Werbung verdient

Paid Post

Leisten Sie sich den schönsten Ort der Welt

Der Erwerb und die Finanzierung von Wohneigentum sollen gut überlegt sein. Darum unterstützt die Migros Bank Sie dabei.

Die Welt in Bildern

Ganz in weiss: Josephine Skriver posiert vor der Vorführung des Films «Roubaix, une lumière» in Vannes auf dem roten Teppich. (22. Mai 2019)
(Bild: Stephane Mahe) Mehr...