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Ex-Aussenminister nennt Sonko «Killermaschine»

Im Fall Sonko spricht nun ein bedeutender Zeuge: Der gambische Ex-Aussenminister Sidi Saneh beschuldigt Ousman Sonko grober Menschenrechtsverletzung.

War offenbar in viele Gräueltaten involviert: Gambias Ex-Innenminister Ousman Sonko.
War offenbar in viele Gräueltaten involviert: Gambias Ex-Innenminister Ousman Sonko.
Jollofnews

Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen den gambischen Ex-Innenminister Ousman Sonko. Nun hat sich Gambias ehemaliger Aussenminister Sidi Saneh in der SRF-Sendung «Echo der Zeit» zu den Machenschaften Sonkos geäussert. Er bezichtigt den Ex-Minister, der längste und treueste Diener des Diktators Yahya Jammehs und über dessen Gräueltaten informiert gewesen zu sein. Zudem habe er sich oftmals sogar an seinen Verbrechen beteiligt.

Saneh bezeichnete im Interview Sonko als «Killermaschine Jammehs» und nannte Beispiele von Ermordungen, in die er involviert gewesen sein soll. Zur Sprache kam dabei etwa ein Vorfall aus dem Jahr 2000 in Banjul, bei dem 14 demostrierende Studenten von Polizisten erschossen wurden. Er könne zahlreiche solcher Beispiele nennen, sagt Saneh zum «Echo der Zeit». «Sie sind teilweise dokumentiert, für andere Taten gibt es Zeugen, die bereit sind, gegen Sonko auszusagen. Wir sind also für einen Prozess bereit».

Des Weiteren bringt er zutage, dass sich Sonko an internationalen Spenden für Bildungsprogramme in seinem Land bereichert haben soll. Das Geld sei nie dort angekommen, wo es hätte hinkommen sollen.

Zunächst kein Haftgrund

Der ehemalige Innenminister wurde Ende Januar für bis zu drei Monate in Untersuchungshaft genommen. Die BA will in dieser Zeit vor allem abklären, ob ihm Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Sinn von Artikel 264a des Strafgesetzbuches zur Last gelegt werden können. Erst danach will die BA weiter über das Verfahren informieren.

Die Bundesanwaltschaft äusserte sich erstmals auch zu Vorabklärungen zum Fall. Dass sich der Gambier in der Schweiz befand, erfuhr die BA demnach am 29. November 2016. Sie wurde vom Bundesamt für Polizei (fedpol) darüber informiert, dass der frühere Minister am 10. November ein Asylgesuch gestellt hatte.

Ein Grund, den Mann in Haft zu nehmen, war laut BA zunächst aber nicht ersichtlich. Die Behörde verwies auf die Verhältnismässigkeit und auf Ergebnisse von Abklärungen. Die Abteilung Rechtshilfe und Völkerstrafrecht der BA erteilte dem fedpol einen Tag später einen ersten so genannten Vorermittlungsauftrag. Weitere Abklärungen nahm die BA im Austausch mit internationalen Partnern und dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) vor. Auch die Frage, ob die BA für den Fall zuständig ist, wurde geprüft.

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