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«Die Lohnschere ist eine Fata Morgana»

Nach dem Nein zur 1:12-Initiative stehen die Befürworter mit neuen Forderungen nach Lohngerechtigkeit bereit. Arbeitsmarktforscher George Sheldon hält auch solche staatlichen Eingriffe für anmassend.

Felix Schindler
«Ich sehe keine Wut, das ist von den Medien aufgebauscht»: George Sheldon, Leiter der Forschungsstelle für Arbeitsmarkt- und Industrieökonomik an der Universität Basel.
«Ich sehe keine Wut, das ist von den Medien aufgebauscht»: George Sheldon, Leiter der Forschungsstelle für Arbeitsmarkt- und Industrieökonomik an der Universität Basel.

SP-Präsident Christian Levrat will nun von den Unternehmen verlangen, dass sie innerbetriebliche Lohnspannen festlegen. Was halten Sie davon?

Wenig. Das Entlöhnungssystem ist Sache der Eigentümer eines Unternehmens. Es gibt zahlreiche Entlöhnungsmodelle mit verschiedenen Anreizsystemen. Jedes Unternehmen muss selbst entscheiden können, welches strategisch das richtige ist. Das können etwa Turnierlöhne sein, bei denen der Lohn mit jeder Beförderung sehr stark ansteigt. Sie sind an Tennisturniere angelehnt, dort erhält der Sieger doppelt so viel wie der zweite, obwohl beide annährend gleich viel geleistet haben. Oder es können Senioritätsmodelle sein, bei denen der Arbeitnehmer am Anfang unterbezahlt ist und am Schluss viel verdient. Es ist anmassend zu glauben, der Gesetzgeber könnte der Sache jemals gerecht werden.

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