Die Lohnschere schliesst sich

Die Einkommensunterschiede zwischen Topverdienenden und dem unteren Ende der Skala sind in der Schweiz in den letzten Jahren kleiner geworden.

Über das Lohngefälle wurde in den letzten Monaten oft gestritten: Plakate von Befürwortern und Gegnern der Mindestlohn-Initiative in Luzern. (11. April 2014)

Über das Lohngefälle wurde in den letzten Monaten oft gestritten: Plakate von Befürwortern und Gegnern der Mindestlohn-Initiative in Luzern. (11. April 2014) Bild: Sigi Tischler/Keystone

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Zwischen 2007 und 2012 sind die Unterschiede zwischen den grössten und den kleinsten Einkommen in der Schweiz etwas kleiner geworden. Der «Verteilungsmonitor» von BAKBasel und WWZ sieht eine Abflachung oben wie unten.

Die höchsten Einkommen seien weniger angestiegen und tiefste Einkommen besser geworden, hiess es in dem «Verteilungsmonitor», der am Dienstag in Basel präsentiert wurde. So sei etwa die Einkommensschwelle, ab der man zu den obersten Topverdienern gezählt wird, weniger gestiegen als die Schwellen darunter. Derweil sei die Armut gesunken und der Anteil Sozialhilfeempfänger konstant geblieben.

Medianlohn knapp unter 50'000 Franken

In absoluten Zahlen verdiente 2012 ein Durchschnittsschweizer 58'802 Franken. Das mittlere Einkommen (Median) lag bei 49'981 Franken. Zwischen 2007 und 2012 legte das Durchschnittseinkommen knapp 6700 Franken zu, der Median rund 6600 Franken. Die Finanzkrise liess die Einkommen 2009 bis 2010 stagnieren.

Nach Schichten betrachtet, ist der Anteil des untersten Fünftels der Bevölkerung am Gesamteinkommen zwischen 2007 und 2011 um 0,1 Punkte auf 1,5 Prozent zurückgegangen. Das oberste Fünftel legte derweil 0,8 Punkte zu und verbuchte 52,2 Prozent des Gesamteinkommens des Landes. Leere Portemonnaies wurden also noch etwas leerer, während volle noch dicker wurden.

Mittelstand verliert

Die obere Einkommenslimite der Mittelschicht verschob sich im gleichen Zeitraum zwar um 3,6 Prozent nach oben. Doch der Anteil der Mittelschicht am Gesamteinkommen sank um 0,7 Punkte. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung sank um 0,3 Punkte.

Innerhalb der Einkommens-starken Schicht profitierten nicht alle gleich: Die Zahl der Einkommens-Millionäre sank zwar um 1,1 Prozent auf 5701. Doch sämtliche Einkommenslimiten für das obere Zehntel, Promille etcetera stiegen, wenn auch zur Spitze hin abflachend. Und die gegen 250'000 Vermögens-Millionäre im 2011 bedeuten eine Zunahme um 13,3 Prozent.

Das Forschungsunternehmen BAKBasel und das Wirtschaftswissenschaftliche Zentrum (WWZ) der Universität Basel haben die Einkommensverteilung im letzten Jahr ins Visier genommen. Neu werden die Daten laufend im Internet als «Verteilungsmonitor» publiziert. Die jüngsten greifbaren Daten sind allerdings von 2012 und erst Schätzungen.

Umfassendere Berechnungen

Nach Angaben der Verantwortlichen wird in diesem Monitor erstmals das gesamte Spektrum von den niedrigsten bis zu den höchsten Einkommen abgedeckt. Zudem würden fast alle Einkommenskomponenten erfasst und rechnerisch bereinigt. So könne man besser fundierte Schlüsse über die Entwicklung ziehen als früher.

Zentrale Grösse des Monitors ist der so genannte Gini-Koeffizient, der zwischen eins und null liegen kann. 2007 auf 2008 stieg er von 0,32 auf 0,34, blieb 2009 stabil, und sank dann bis 2012 auf 0,30. Andere Indizes zeigen ähnliche Verläufe, wenn auch nicht deckungsgleiche, wie es weiter hiess. (sda)

Erstellt: 04.08.2015, 11:15 Uhr

Angestellte Schweiz fordern mehr Lohn

Der Arbeitnehmerverband Angestellte Schweiz fordert fürs kommende Jahr 0,5 bis 1,2 Prozent mehr Lohn. Trotz der Frankenstärke gebe es Spielraum für Lohnerhöhungen, schreibt der Verband.

Die rund 20'000 Mitglieder von Angestellte Schweiz arbeiten vor allem in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) sowie in der Chemie- und Pharmabranche.

Der Verband argumentiert mit der starken Abhängigkeit des Wechselkurses in der MEM-Industrie, der ungünstigen Lohnquote in der Chemie- und Pharmabranche und führt weiter den internationalen Mangel sehr spezialisierter Fachkräfte an, was für höhere Stundenlöhne spreche. (SDA)

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