Mutter riskierte ihr Leben, um IS-Geschwister zu retten

Die Reise zweier Teenager aus Winterthur in den syrischen Krieg sorgte für Schlagzeilen. Vor dem Prozesstart am Montag gibt es neue Erkenntnisse.

Hier fing alles an: Der gesichtslose Wohnblock im Winterthurer Steigquartier, in dem Vedad und Esra aufwuchsen. Foto: Urs Jaudas

Hier fing alles an: Der gesichtslose Wohnblock im Winterthurer Steigquartier, in dem Vedad und Esra aufwuchsen. Foto: Urs Jaudas

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Steigstrasse in Winterthur-Töss: eine Ansammlung von Wohnblöcken am Rande der Autobahn. Die blonde Esra* und ihr nur ein Jahr älterer Bruder Vedad* wachsen hier am Rande der Stadt zusammen mit ihren zwei grösseren Geschwistern auf. Diverse Bilder aus dem Familienalbum deuten auf eine unbeschwerte Kindheit hin.

Jahre später kommt es zum Drama. Weil die beiden Jüngsten des Quartetts glauben, der Islamische Staat (IS) sei lebenswerter als die Schweiz. Eine ziemlich normale Familie aus Winterthur wird auseinandergerissen. Doch die beiden Jugendlichen haben Glück und verlieren nicht ihr Leben – wie andere, die aus Winterthur ins Kalifat zogen.

Nach einem Jahr kehren sie in die Schweiz zurück. Vor allem weil ihre Eltern alles in ihrer Macht Stehende getan haben, um ihre Kinder vor den Bomben, dem Terror und dem Tod im syrischen Bürgerkrieg zu retten. Die Mutter setzt dafür ihr eigenes Leben aufs Spiel.

Bilder der Verzweiflung

Kurz vor Weihnachten 2014 gehen Filmaufnahmen um die Welt, die das Unglück der Familie dokumentieren: Der Vater steht vor einem Polizeiposten in der Südtürkei und weint. In seinen Händen hält der Putzmann aus Winterthur Fotos seiner beiden Kleinsten, die inzwischen 15 und 16 Jahre alt sind. Esra und Vedad schauen aus wie so viele Schweizer Teenager, würde das Mädchen nicht einen Hidschab tragen, der Haar, Hals und Körper ganz verhüllt. Seit vier Tagen sind die beiden nun schon verschwunden. Dem Mann aus Nordkosovo, mit der ganzen Familie 2006 in Winterthur eingebürgert, steht die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben.

Heimlich nahmen Vedad und seine Schwester Esra ihre Pässe mit und ein paar wenige Kleider.

Esra hatte die Wohnung in Winterthur-Steig am 18. Dezember 2014 früh verlassen. Sie gab vor, sie müsse den Schulsilvester vorbereiten. Für die Feier hatte sie sich sogar noch ein Kleid gekauft. War das nur Teil der Tarnung?

Vedad hingegen behauptete, er gehe übers Wochenende in ein Lager für jugendliche Lehrabbrecher. Heimlich nahmen er und seine kleine Schwester aber ihre Pässe mit und ein paar wenige Kleider. «Sie haben gut geschau­spielert. Wir haben die ganze Zeit nichts von ihren Plänen gemerkt», wird die ältere Schwester der Verschwundenen später der Polizei erzählen.

Militärparade von IS-Anhängern in der damaligen syrischen Kalifatshauptstadt Raqqa im Juni 2014. Foto: Reuters

Am Freitag, 19. Dezember 2014, um 5 Uhr mailt Esra ihrer Familie, sie habe nach dem Schulsilvester bei einer Freundin übernachtet. Nur wenig später steigt sie mit Vedad in Kloten in eine Turkish-Airline-Maschine. Kaum in Istanbul angekommen, versucht Esra, ihre Familie zu erreichen. Was aber nicht gelingt, weil Esra vergisst, die internationale Vorwahl für die Schweiz zu wählen. Bereits um 10 oder 11 Uhr am gleichen Morgen, so wird Esra viel später selber erzählen, nehmen sie und ihr Bruder den Bus nach Gaziantep. Die Reise dauert einen Tag und führt quer durch die Türkei, bis fast an die Südgrenze zu Syrien.

Daheim in Winterthur machen sich die Angehörigen währenddessen erstmals Sorgen, vorerst nur um Esra. Als die 15-Jährige gegen 21 Uhr noch immer nicht da ist, meldet die Familie sie als vermisst. Vater und Mutter befürchten das Schlimmste, eine Entführung, einen Unfall, «aber noch nicht Naher Osten», wie der Vater aussagen wird.

Aus der syrischen Stadt Kobane kommen in jenen Tagen immer neue Meldungen von grausamen Kämpfen. Das Schicksal der Jesidinnen, die verschleppt und vergewaltigt werden, bewegt die Welt. Sie habe damals gedacht, wird Esra aussagen, dass die USA und das syrische Regime schuld am Krieg und am ganzen Elend seien. Sie habe helfen und den syrischen Kindern Englisch beibringen wollen.

Verzweifelte Suche eines Vaters nach seinen Kindern. Foto: Faith Karaçali (Adana)

«Sie war ein vorbildliches Mädchen», erzählt ihr Vater der Bundeskriminalpolizei. Bis zum Tag vor dem Verschwinden sei seine Tochter voll in der Schule engagiert gewesen, sie wollte Anwältin werden und war noch im Frühjahr für einen Sprachaufenthalt in England gewesen. Auf Twitter folgte die gute Schülerin Justin Bieber, Rihanna oder Victoria Beckham. Aufgewachsen ist sie mit ihrer Familie im Winterthurer Steigquartier, in einem gesichtslosen Wohnblock aus den 60er-Jahren.

Aus der Schule kennen Vedad und Esra eine ganze Reihe Kinder, die später in der inoffiziellen Jugendgruppe der umstrittenen Winterthurer An’Nur-Moschee auftauchen. Im selben Haus wie Esra wohnte auch Sandro V., der deutlich älter ist als das Geschwisterpaar. Das Trio kennt sich von klein auf. Sehr viel später tritt Sandro V. zum Islam über und radikalisiert sich. Bald bewundert er den IS, reist selber für kurze Zeit nach Syrien und wird in Winterthur zu einem kleinen Star in der Salafistenszene.

Nun sind die beiden Teenies verschwunden, und er gerät in den Verdacht, etwas damit zu tun zu haben. Sandro V. bestreitet dies.

Bei ihrer Rückkehr werden Vedad und Esra verhaftet. Sie zeigen keine Reue.

Telefonisch sind Vedad und Esra seit drei Tagen nicht erreichbar. Die verzweifelten Angehörigen versuchen noch am Samstagabend, dem 20. Dezember 2014, einen Telefonladen aufzusuchen, um herauszufinden, wo die Handys der Kinder zuletzt benutzt wurden. Sie müssen dafür zum Flughafen, weil die Geschäfte in Winterthur bereits geschlossen sind. Im Shop der Telefongesellschaft findet das hilfsbereite Personal heraus, dass sich Vedad und Esra in der Südtürkei befinden müssen.

Der Vater begibt sich daraufhin in die An’Nur-Moschee. Dort bittet er den Vereinspräsidenten um Hilfe. Gemeinsam rufen sie Sandro V. an, weil der Präsident der Meinung ist, dieser könnte am ehesten etwas wissen. Doch Sandro V., der sich nun Mohammed nennt, hat keine Ahnung. Oder gibt er sich nur ahnungslos?

Bereits am Tag darauf reist der Vater, begleitet von einem Freund, seinen Kindern in die Türkei hinterher. In Adana, einer Nachbarstadt von Gaziantep, sucht er die Polizei auf. Diese setzt alle Hebel in Bewegung. Das Militär und Interpol werden eingeschaltet. Es kommt sogar zu einer Razzia in einem Lager von Jihadisten. Aber Vedad und Esra sind nicht dort. Sie sind längst mit dem Auto weitergereist.

Türkische Polizei rät Vater, sich an die Medien zu wenden

Daheim in der Schweiz redet die Schwester der Verschwundenen lange mit Sandro V., der früher für sie wie ein grosser Bruder war. Jetzt ist er ihr fremd, der Konvertit verlangt von ihr, dass sie ihre Geschwister unterstützen soll, die im Islamischen Staat nach islamischen Regeln leben. «Das schockierte mich», wird die Schwester bei der Polizei zu Protokoll geben. Sandro V. schickt ihr auch einen Link zu einem Onlinebeitrag mit dem Titel «Köpfungen gehören zu unserer Religion». Darin behauptet ein deutscher IS-Kämpfer, dass Skla­verei und Enthauptungen Teile des Islam seien.

In der Südtürkei sind derweil die naheliegenden Fahndungsmöglichkeiten bereits am Montag, dem Tag nach der Ankunft des Vaters, ausgeschöpft. Die Polizei rät ihm, mit den Medien zu sprechen, und bietet Journalisten auf.

Als der Vater wenig später vor den Posten tritt, warten bereits Reporter und Kameraleute. «Sind ihre Kinder nach Syrien zu den Terroristen gegangen?», fragen sie. «Ich weiss es nicht», antwortet der Vater. Er vermute es, fügt er aber unter Tränen hinzu.

Presse erfährt vom Fall

Auch in der Schweiz wird die Presse auf den Fall aufmerksam. An Heiligabend stellen die Medien in ihren Ausgaben Fragen: «Wollten Zürcher Teenager zum IS?» Und: «Zwei Tössemer im Jihad?»

Der Vater bleibt in der Südtürkei. Weihnachten vergeht, ohne dass er irgendetwas von Esra und Vedad vernimmt. Doch am zweiten Feiertag, um 12.36 Uhr, erhält er eine Whatsapp-Nachricht, das erste Lebenszeichen. Vedad schreibt, er solle keine Angst haben, es gehe ihnen gut, sie wollten nach dem Koran und der Scharia leben und nicht unterdrückt sein wie in anderen Ländern. Er solle alle zu Hause grüssen und hoffe, es gehe allen gut. Und: Der Vater solle doch auch kommen, es gebe hier alles, Familien würden Häuser bekommen und Geld.

Wo er denn sei, fragt der Vater seinen Sohn. Im Irak. Wo genau? Antwort: im Kalifat. Er sei mit Esra und vierzig weiteren Personen angereist. Es gebe hier Indonesier, Amerikaner und viele andere. Und es herrsche Sicherheit wie in der Schweiz, nur nach den Gesetzen Allahs.

Der Vater verliert die Hoffnung

Am Tag darauf, dem 27. Dezember 2014, chatten Vater und Sohn erneut, vier Stunden lang. Vedad schreibt, seine kleine Schwester habe selber entschieden, die Schweiz zu verlassen. Er empfiehlt seinem Vater, nach Hause zu gehen. Esra und er kämen nicht zurück.

Der Vater gibt die Hoffnung auf, reist nach einer Woche in der Türkei zurück in die Schweiz nach Winterthur-Töss.

Am Tag nach seiner Ankunft wird er von der Bundeskriminalpolizei stundenlang befragt. «Natürlich wünschte ich mir, sie könnten mir meine Kinder zurückbringen», sagt der Vater. «Sonst hoffe ich, dass sie mit ihren Ermittlungen dafür sorgen, dass andere Eltern nicht so leiden müssen wie wir.» Er versucht zu rekonstruieren, wie sich seine beiden Jüngsten gegen den Widerstand der restlichen Familie radikalisierten.

Pilgerreise nach Mekka

2013 hat Vedad begonnen, die An’Nur-Moschee zu besuchen. Zu dieser Zeit predigte dort auch der junge Salafist Selman Ramadani, der seine Vorträge – anders als die meisten anderen Imame – auf Deutsch hält und auch in den sozialen Medien aktiv ist. Besonders unter jungen Schweizer Muslimen mit Eltern vom Balkan bescherte ihm das eine schnell wachsende Anhängerschaft. Vedad und Esra gehören dazu.

Als Prediger Ramadani in die damals nicht weniger radikale Furkan-Moschee in Embrach wechselt, zieht es die Geschwister ebenfalls dorthin. Im Sommer 2014 erscheinen kritische Presseartikel über das Gotteshaus. Der Vater verbietet Esra und Vedad daraufhin, weiterhin dort zu beten. Auch die Moscheeleitung reagiert und erteilt Hausverbote. Betroffen sind auch die Geschwister.

Ein Schlüsselerlebnis für das Geschwisterpaar scheint eine Pilgerreise nach Mekka im Frühling 2014 gewesen zu sein. Ein Bekannter erinnert sich: Die beiden seien danach stark verändert zurückgekommen und hätten sich danach zunehmend radikalisiert.

Die Sekundarschule erlaubt Esra das Kopftuch und lange Röcke, aber den schwarzen Umhang muss sie zu Hause lassen.

Im Juni 2014 ruft der IS sein Kalifat aus. Dadurch hoffen viele extreme Muslime auf eine Renaissance der islamischen Vorherrschaft im Nahen Osten und lassen sich von den Untergangsprophezeiungen der Terroristen beeinflussen. Meldungen über schreckliche Gewalttaten werden zuerst als westliche Propaganda abgetan. Esra kommt nach den Sommerferien schwarz gekleidet in die Schule, mit einem Umhang und einem Kopftuch. Die Lehrer sind schockiert und verbieten ihr diesen Aufzug. Es gibt eine Unterredung mit den Eltern, die mit dem Kleidungsstil der 15-Jährigen ebenfalls nicht einverstanden sind. Die Sekundarschule erlaubt Esra das Kopftuch und lange Röcke, aber den schwarzen Umhang muss sie zu Hause lassen. Ab September 2014 geht sie nur noch mit Kopftuch nach draussen. Es kommt deswegen zu Konflikten in der Familie. Im Monat vor dem Verschwinden der beiden zerschneidet die ältere Schwester Esras Handschuhe und den Nikab, den schwarzen Gesichtsschleier, der nur die Augen freilässt.

Vedad lässt sich äusserlich kaum etwas anmerken. Seine KV-Lehre bei der Stadt Winterthur bricht er aber ab. Im Keller unter einem Winterthurer Einkaufszentrum trainiert er beim zweifachen Thaibox-Weltmeister Valdet Gashi, einem Aktivisten der Koranverteilaktion «Lies!» aus dem deutschen Singen. Bis zu dreimal pro Woche besucht er die Kampfsportschule MMA Sunna. Es ist ein Training für muslimische Männer, eine Vorbereitung auf den Krieg in Syrien. Verboten sind Musik, Flüche und Schläge ins Gesicht.

Die Gruppe wird aber überwacht. Die Sicherheitsbehörden bekommen daher mit, wie Vedad und ein Trainingskol­lege in einem Auto ein Lied singen, in dem sie den Kuffar, den Ungläubigen, den Tod wünschen. Aus der Winterthurer Kampfsportgruppe reisen Trainer Gashi, Vedads Freund Christian I. und zwei weitere Männer schon bald nach Syrien oder in den Irak. Heute sind alle tot. Alle ausser Vedad.

Widerspruch zur Darstellung der Geschwister

Im Kriegsgebiet nennt sich Vedad Idris al-Albani, und seine Schwester hat den Namen Djumara angenommen. Im Frühling 2015 chatten der ehemalige MMA-Trainer Valdet Gashi und Vedads Freund Christian I. mit Journalisten in der Schweiz. Sie wollen den IS im besten Licht präsentieren.

Beide Jihadisten bestätigen, dass sich Vedad beim IS in Syrien aufhalte. Dies widerspricht der Darstellung der Geschwister, sie seien ausserhalb des Herrschaftsgebiets der Terrororganisation ansässig gewesen. Christian I. schreibt ausserdem, dass Idris al-Albani nun den Koran studiere und Esra verheiratet sei. Wer ihr Ehemann ist, will er jedoch nicht preisgeben. Ist es ein IS-Kämpfer, den sie im Kalifat kennen lernte, oder meint er gar An’Nur-Vorstandsmitglied Bajrush A.* aus der Schweiz?

Die Mutter kommt mit Geld

Bajrush A. hatte sich zum Zeitpunkt des Verschwindens der Geschwister mit einem grösseren Geldbetrag nach Mazedonien abgesetzt. Dort wurde er angehalten. Die lokalen Behörden verdächtigen ihn, dass er sich dem IS anschliessen wolle. In der Schweiz wird er überwacht. Sein Auto wird verwanzt, und die Terrorermittler bekommen so Einblick in den Ehestreit von Bajrush A. Seine Frau, mit der er in der Nähe von Winterthur lebt und Kinder hat, wirft ihm vor, dass er die halb so alte Esra nach islamischem Recht als Zweitfrau geheiratet habe. Doch mit den Befragungen Bajrushs und seiner Gattin – sowie später Esras als mutmassliches Opfer – liess sich der Vorwurf der sexuellen Handlungen mit einem Kind nicht erhärten.

Im Kriegsgebiet sind Vedad und Esra gemäss eigenen Angaben Bombardierungen schutzlos ausgeliefert. Die beiden hätten schon nach einem halben Jahr wieder zurück in die Schweiz gewollt. Doch so einfach ist das nicht. Eine Flucht ist gefährlich. Über ein Jahr wird es bis zu ihrer Rückkehr dauern. Was in diesen Monaten genau passierte, wird kommende Woche Thema in einem Strafprozess vor dem Winterthurer Jugendgericht sein. Die Geschwister sind angeklagt wegen Verstössen gegen das Al-Qaida- und das IS-Gesetz und der Unterstützung einer kriminellen Organisation.

In der Anklageschrift spielt auch eine Rolle, wie es die beiden schafften, aus Syrien herauszukommen. Dabei hat die Mutter eine Rolle inne, die sehr mutig erscheint. Sie taucht im Oktober 2015 mit einem grösseren Geldbetrag in der syrischen Stadt Menbij auf und trifft sich dort mit ihren Kindern. Menbij liegt nordwestlich der Kalifatshauptstadt Raqqa und steht zu diesem Zeitpunkt unter vollständiger Kontrolle des IS. Hier verbrachten Vedads Freunde wie Valdet Gashi und Christian I. einen grossen Teil ihrer Zeit bei der Terrortruppe. In den Strassen der Stadt liess sich Christian I. mit einem abgetrennten Kopf eines Hingerichteten in der Hand ablichten. Und nicht weit entfernt kamen er und Gashi bei einem US-Luftangriff ums Leben.

Verhaftung nach Ankunft am Flughafen

Vom Verkehrsknotenpunkt Menbij ist es aber auch nicht weit zur türkischen Grenze. Rund ein Jahr nach seinem Verschwinden und zwei Monate nach Auftauchen der Mutter lässt sich Vedad mit zwei Männern – angeblich die Retter des Geschwisterpaars – in der Türkei fotografieren. Die Ausreise aus dem Kalifat ist der Mutter und ihren beiden Jüngsten geglückt.

Bei ihrer Rückkehr werden die Geschwister Ende Dezember am Flughafen Zürich verhaftet und länger verhört. Die beiden werden in Jugendanstalten untergebracht. In Polizeiverhören zeigen die Geschwister keine Reue. Sie kommen in ein Deradikalisierungsprogramm. Esra wehrt sich erfolglos bis vor Bundesgericht gegen eine verordnete Therapie, die ihre Persönlichkeit festigen soll. Sie nimmt die Schule wieder auf, Vedad macht eine Lehre. Aus Winterthur ist die Familie weggezogen.

* Namen geändert.

Erstellt: 01.12.2018, 09:41 Uhr

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