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«Die Sauereien sind immer noch da»

Die Schweizer Jugend kifft wie keine andere, in Bern wird versuchsweise Cannabis verkauft: Die Drogenpolitik ist in Bewegung. SVP-Hardlinerin Andrea Geissbühler gefällts so gar nicht.

Pilotprojekt: Matthias Egger, Direktor des Instituts für Sozial- Präventivmedizin der Universität Bern, spricht über den geplanten Cannabis-Verkauf in Berner Apotheken. (14. März 2016)
Pilotprojekt: Matthias Egger, Direktor des Instituts für Sozial- Präventivmedizin der Universität Bern, spricht über den geplanten Cannabis-Verkauf in Berner Apotheken. (14. März 2016)
Keystone
Überlebenshilfe: Ambulatorium in der Zürcher Kanonengasse. (2. November 2015)
Überlebenshilfe: Ambulatorium in der Zürcher Kanonengasse. (2. November 2015)
Keystone
Schreckenszeit: Der Platzspitz im Juni 1990.
Schreckenszeit: Der Platzspitz im Juni 1990.
Keystone
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Die Stadt Bern erlaubt Apotheken versuchsweise, Cannabis zu verkaufen. Was halten Sie davon? Die Frage kann gar nicht so gestellt werden. Denn die Faktenlage ist die folgende: Es liegt nicht in der Kompetenz der Stadt Bern, Apotheken zu beauftragen, das verbotene Rauschgift Cannabis zu verkaufen. Das Projekt verstösst nämlich gegen mindestens drei Gesetze: Betäubungsmittel-, Ordnungsbussen- und Strassenverkehrsgesetz. Dies hat Bundesrat Berset bei einer Anfrage bestätigt und uns klargemacht, dass eine Ausnahmebewilligung höchstens für den Cannabisgebrauch für medizinische Zwecke erteilt werden könne. Aber auch dafür seien die Hürden sehr hoch, denn die Betäubungsmittelsubstanz Tetrahydrocannabinol, THC, wirkt auf jeden Menschen anders und seine Folgen können nicht zum Voraus abgeschätzt werden. Ausserdem verhöhnt das Projekt die Demokratie: Das Volk hat sich zweimal sehr deutlich gegen eine Cannabis-Legalisierung ausgesprochen, also gegen das Ziel der Initianten. Und damit habe ich noch kein Wort über die Problematik des Cannabis-Konsums an sich gesagt.

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