Die Schweiz hat Besseres zu bieten

Ignazio Cassis soll das Tabaksponsoring beim Schweizer Auftritt an der Expo 2020 abblasen.

Es ist widersprüchlich, das Rauchen staatlich zu bekämpfen und sich gleichzeitig mit einem Tabakkonzern als Hauptsponsor international in Szene zu setzen. <nobr>Foto: Keystone</nobr>

Es ist widersprüchlich, das Rauchen staatlich zu bekämpfen und sich gleichzeitig mit einem Tabakkonzern als Hauptsponsor international in Szene zu setzen. Foto: Keystone

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«Ich glaube, wir schaffen das», sagte Aussenminister Didier Burkhalter 2017, als der Nationalrat das Budget für die Expo 2020 beriet. SVP-Vertreter hatten zuvor bezweifelt, dass man wie vom Bundesrat geplant Sponsorengelder von 7,5 Millionen finden werde. Sie haben recht behalten: Noch ist nicht alles Geld beisammen.

Die Verantwortlichen des Schweizer Auftritts in Dubai erklären inzwischen sinngemäss, wenn man so viel Sponsorengeld auftreiben müsse, dürfe man nicht wählerisch sein. Was dazu führt, dass auch ein Tabakkonzern wie Philip Morris Hauptsponsor sein kann.

Man muss kein Gesundheitsapostel sein, um dies problematisch zu finden. In Dubai geht es um «Chancen, Mobilität, Nachhaltigkeit» – Themen, die nicht unbedingt von einem Tabakkonzern vertreten werden. Zwar bemüht sich Philip Morris um weniger gesundheitsschädliche Produkte. Aber immer noch stirbt in der Schweiz jede Stunde eine Person an den Folgen des Rauchens, und der Bund gibt Millionen für Tabakprävention aus. Es ist widersprüchlich, das Rauchen staatlich zu bekämpfen und sich gleichzeitig mit einem Tabakkonzern als Hauptsponsor international in Szene zu setzen.

Ausgerechnet die PR-Profis von Präsenz Schweiz haben diesen Imageschaden angerichtet.

Wie schlecht dies ankommt, zeigen die negativen Reaktionen von nationalen Politikern bis zur Weltgesundheitsorganisation (WHO). Erstaunlich, dass ausgerechnet die PR-Profis von Präsenz Schweiz – zuständig für die Vermittlung «eines authentischen Bildes der modernen Schweiz» – diesen Imageschaden angerichtet haben. Zumal es noch schlimmer kommen kann: Gemäss WHO ist Tabaksponsoring an der Expo untersagt. Die UNO-Organisation wird intervenieren.

Entweder haben die Schweizer Verantwortlichen nichts von dieser Auflage gewusst oder sie ignoriert. In beiden Fällen wirft es ein schlechtes Licht auf sie – wie auch auf Bundesrat Ignazio Cassis. Der frühere Präventionsmediziner hat das Tabaksponsoring abgesegnet. Er sollte es wieder abblasen. Jedenfalls wäre ein redimensionierter Pavillon dem Ansehen des Landes förderlicher als ein Hauptsponsor, der weder zur Expo passt noch sich zur Imagepflege für die Schweiz eignet.

Erstellt: 22.07.2019, 21:16 Uhr

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