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Die Schweiz hat eine neue Rechtspartei

Auf dem Rütli ist gestern die Rechtspartei DPS ins Leben gerufen worden. Laut dem Präsidenten Ignaz Bearth bestehen bereits Sektionen in den Kantonen St. Gallen und Aargau – als nächstes knöpft er sich Zürich vor.

Trafen sich auf dem Rütli: Die Mitglieder der DPS am Gründungstag.
Trafen sich auf dem Rütli: Die Mitglieder der DPS am Gründungstag.
zvg

Seit gestern gibt es in der Schweiz eine neue Rechtspartei. Gut ein Dutzend Personen gründeten in Brunnen SZ die Direktdemokratische Partei Schweiz (DPS). Der frisch gewählte Parteipräsident Ignaz Bearth gab die Gründung heute via Facebook und in einem Communiqué bekannt.

Es sei «ein sehr langer und schöner Tag» gewesen, schreibt der 27- jährige Bearth dazu. Mehrere Fotos dokumentieren zudem einen Besuch der Gruppe auf dem Rütli. Im neunköpfigen Parteivorstand nähmen Personen zwischen 19 und 64 Jahren Einsitz, heisst es weiter. Das Vizepräsidium bestünde «unter anderem» aus Djordje Vasiljevic, Diana Rüsch, Brigitte Hagen und Vera Bolli-Schoch.

DPS ZH in Planung

Die Anzahl Parteimitglieder beziffert Bearth mit 40. Darunter seien Menschen aus den Kantonen St. Gallen, Zürich, Aargau, Graubünden, Appenzell Ausserrhoden, Luzern, Bern und dem Thurgau. Im Communiqué beharrt Bearth darauf, dass die DPS eine eigenständige Partei und keine Abspaltung der SVP ist.

Neben der Schweizer DPS sind in Brunnen auch die DPS-Kantonalsektionen Aargau und St. Gallen aus der Taufe gehoben worden. Geplant sei weiter eine kantonale Abteilung in Zürich.

Für die Heimat einsetzen

DPS-Gründer Bearth will mit der neuen Partei viele Gruppen ansprechen, wie er vergangene Woche in zahlreichen Medieninterviews sagte. Primär gehe es ihm um «Menschen, die zur Schweiz stehen und sich ohne Wenn und Aber für unsere Heimat einsetzen».

Die Schwerpunkte der DPS seien: «Nein zum EU-Beitritt, Meinungsfreiheit als höchstes Gut erhalten, Islamisierung stoppen, Steuern so niedrig wie möglich halten, Asylpolitik optimieren und eine Kooperation zwischen europäischen heimatliebenden Parteien». Auf seiner Webseite thesvpromo.ch propagiert Bearth eine Zusammenarbeit mit der österreichischen Rechtspartei FPÖ.

SVP-Präsident distanziert sich

SVP-Parteipräsident Toni Brunner distanzierte sich derweil vom DPS-Gründer, der gemäss Medienberichten einst Mitglied der SVP gewesen sein soll. «Er war nie in der SVP des Kantons St. Gallen», sagte Brunner im Interview mit der «Basler Zeitung» vom Sonntag. Bearth habe zwar eine Beitrittserklärung bei der Jungen SVP unterschrieben. Aber er habe nie Beiträge bezahlt und sei nie in einer offiziellen Mitgliederliste geführt worden.

Brunner hat Bearth nach eigenen Angaben «an Anlässen ein paar Mal gesehen». «Es wurde mir zugetragen, dass er offenbar Kontakte in einschlägigen Kreisen hatte, welche die SVP ablehnt», sagte Brunner. Er bezeichnete den DPS-Gründer als «eher isoliert». «Und wenn es noch ein paar weitere Gesinnungsgenossen gibt, die in dieser Partei mitmachen, dann sollen sie das.»

Auch Politgeograf Michael Hermann traut der DPS keine grossen Sprünge zu. In einem Interview sagte er: «Der Geburtskontext der DPS ist von Anfang an ein Problem. Sie hat sich jetzt schon als Lumpensammlerpartei positioniert. Dieses Image dürfte sie nicht mehr loswerden. »

SDA/wid

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