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«Die Schweiz kann mutiger werden»

Der Markt setze Anreize, die Billigprodukte förderten, sagt Elisabeth Bürgi Bonanomi. Foto: Bloomberg/Getty Images

Frau Bürgi, wie wichtig ist es Ihnen, umweltfreundliche und fair hergestellte Lebensmittel zu konsumieren?

Das zeigt doch: Der Markt funktioniert. Es braucht keine zusätzlichen Regeln, wie sie die Fair-Food-Initiative verlangt.

Was das heisst konkret?

Die Gegner warnen, die Vorlage verletzte internationale Abkommen, weil sie Schweizer Standards für importierte Produkte verlange.

«Die Grundsätze der Nachhaltigkeit sind in international festgelegt.»

Die Fair-Food-Initiative will, dass der Bund das Angebot an umweltfreundlich und fair produzierten Lebensmitteln stärkt und die «Anforderungen an die Produktion und die Verarbeitung» festlegt. Da sind Schweizer Standards gemeint.

Der Bundesrat sagt aber, in gewissen Bereichen fehlten solche internationalen Standards, etwa für einen fairen Lohn.

Selbst wenn das gelänge: Die Gegner sagen, die Initiative verbiete Importe, die den vom Bund festgelegten Standards nicht entsprechen.

Das Recht der WTO basiert auf dem Grundsatz der Nicht-Diskriminierung. Eine Tomate ist eine Tomate, egal, ob biologisch oder herkömmlich produziert.

Diese Stärkung erfordere einen staatlichen Kontrollapparat, warnen die Gegner.

Auch das kann diskriminierend sein.

Die Schweiz als Bioland – ist das das Ziel?

Die Schweizer Bauern sähen das nicht gern. Ihre Lobby im Parlament würde dies bei der Umsetzung der Initiative zu verhindern versuchen. Damit würde die Initiative zu Marktabschottung führen.

«Eine Kündigung des Agarabkommens halte ich für höchst unwahrscheinlich.»

Gibt es Beispiele akzeptierter Positivselektionen?

Das Konfliktpotenzial bleibt. Etwa beim Agrarabkommen mit der EU.

Wegen Trumps «America First»-Politik?

Ein Produzent herkömmlicher Tomaten ausserhalb der EU könnte dagegen vorgehen, wenn die Schweiz Biotomaten bevorzugt importieren würde.