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«Die Schweiz muss mehr Flüchtlinge aufnehmen»

Peter Maurer kritisiert die Flüchtlingspolitik. Der Präsident des Internationalen Roten Kreuzes verlangt von seiner Heimat mehr Hilfsbereitschaft.

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Klare Forderungen: IKRK-Chef Peter Maurer fordert eine globale Koalition, die das Leid der Menschen in den Vordergrund stellt. (21. August 2015)
Klare Forderungen: IKRK-Chef Peter Maurer fordert eine globale Koalition, die das Leid der Menschen in den Vordergrund stellt. (21. August 2015)
Gian Ehrenzeller, Keystone

Peter Maurer schaltet sich in die Debatte um die europäische Flüchtlingspolitik ein. Der Präsident des Roten Kreuzes kritisiert Europa, er verlangt aber auch mehr Hilfe von der Schweiz. «Wir müssen mehr Flüchtlinge aufnehmen, es gibt keine Alternative.» Er fordert eine globale Koalition, die das Leid der Menschen und nicht das politische Geplänkel ins Zentrum stellt.

Der Flüchtlingsbegriff müsse in Zukunft grosszügiger interpretiert werden, sagt Maurer im Interview mit der «SonntagsZeitung». Der Chef des Roten Kreuzes rügt vor allem die miserablen humanitären Bedingungen in Ungarn. «Was wir rund um den Bahnhof in Budapest gesehen haben, dürfte nicht passieren.» Ungarn sei nicht Libyen, die Kapazitäten für eine angemessene Betreuung der Flüchtlinge wären vorhanden. «Wenn der politische Wille für elementare humanitäre Hilfe fehlt, ist das nicht akzeptabel.»

Im Hinblick auf eine ungarische Asylgesetzverschärfung in der nächsten Woche erklärt Maurer, dass das Land driftet in eine gefährliche Richtung drifte. Gestern noch hatte Ministerpräsident Viktor Orban seine repressive Haltung in der deutschen «Bild»-Zeitung verteidigt.

Kein Handlungsbedarf seitens der Schweiz

Die Schweiz sieht trotz der prekären Lage der Flüchtlinge in Ungarn keinen Handlungsbedarf. Der Bund schiebt weiterhin Asylbewerber dorthin ab, die letzten im August, als das Flüchtlingsdrama bereits akut war. Er beruft sich auf die Dublin-Vereinbarung, wonach Flüchtlinge in dem EU-Staat Asyl beantragen müssen, den sie als ersten betreten haben.

Seit Anfang Jahr hat das Staatssekretariat für Migration 65 Migranten nach Ungarn zurückgeschafft, darunter auch Menschen aus Syrien. «Dublin ist geltendes Recht. Wir wenden das wie bisher an», sagt Sprecher Martin Reichlin.

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