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«Die Schweiz verhält sich wie eine Made im Speck»

«Ich sehe die GLP in Zukunft mit 10 oder sogar 15 Prozent Wähleranteil», sagt Jürg Grossen. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Als Jugendlicher wollten Sie Rockstar oder Fussballer werden. Jetzt werden Sie GLP-Präsident. Gratulation – Sie stehen endlich im Rampenlicht.

Dazu passt, dass Sie bisher wenig aufgefallen sind. Können Sie sich im Kreis der Parteichefs behaupten?

Ihr Vorgänger Martin Bäumle ist auch ein Alphatier. Wie wollen Sie verhindern, dass er der Christoph Blocher der GLP wird, der im Hintergrund die Fäden zieht?

Sie klingen fast so, wie wenn SVP-Chef Albert Rösti über Blocher spricht.

Anders als Bäumle sind Sie kaum vernetzt. Wie wollen Sie diesen Mangel beheben?

Ihr politisches Profil entspricht fast exakt jenem Ihres Vorgängers. Bleibt in der GLP alles gleich?

Ein politisch schwieriges Terrain . . .

Erreichen Sie als Unternehmer vom Land diesen progressiv-liberalen Teil der Bevölkerung überhaupt?

«Ich werde bei Martin Bäumle nicht das Okay für Beschlüsse einholen müssen. Seine Erfahrung bleibt aber wertvoll.»

Die GLP hat bei den Wahlen 2015 stark verloren. Wie wollen Sie einen weiteren Absturz verhindern?

Hoffnung allein genügt nicht, um wieder zu gewinnen.

Das sagen auch die Grünen. Zielen Sie vor allem auf diese Wähler?

Genau das kritisieren Ihre Gegner: Die GLP propagiere einen Umweltschutz, der nicht wehtut.

Wirklich nachhaltig ist aber nur ein ökologischer Fussabdruck von 1.

Aber Ihre Art der Politik ist 2015 mit der Energiesteuerinitiative an der Urne grandios gescheitert.

Sie sprechen leidenschaftlich über grüne Themen. Sind Sie im Herzen eher ein Grüner als ein Liberaler?

Obwohl die GLP in vielen Bereichen liberaler politisiert, verkauft sich die FDP besser damit. Was machen Sie falsch?

Hat die GLP nicht vielmehr ein Glaubwürdigkeitsproblem? Ihre Listenverbindungen mit Linken und Rechten wurden 2015 kritisiert, weil es für Ihre Partei keine Tabus zu geben scheint.

In der lateinischen Schweiz ist die GLP schwach. Aufsehen erregte sie nur, als Nationalrätin Isabelle Chevalley in der Waadt für einen Regierungssitz mit der SVP paktierte. Lassen sich so Wähler gewinnen?

Die Ergebnisse Ihrer Denkfabrik sind bis jetzt allerdings bescheiden.

Unter Ihrem Vorgänger ist das Projekt einer Mitte-Allianz gescheitert. Beleben Sie es wieder?

Vom Tisch ist das Thema für Sie trotzdem nicht.

Zumindest scheint die Aussicht Ihrer Partei besser als jene der BDP. Wird Ihre Konkurrentin überleben?

Martin Landolt wäre also bei der GLP besser aufgehoben?

Sie könnten aber auch stärker mit den Grünen koalieren und einen Öko-Bundesrat anstreben.

«Die Grünen unterliegen einem fatalen Irrtum: Sie haben dasselbe Ziel wie wir, wollen es aber mit Verboten erreichen.»

Frau Leuthard hat immerhin die Energiestrategie 2050 durchgebracht.

Für den frei werdenden FDP-Sitz wollen Sie eine Frau statt einen Tessiner. Warum?

Was qualifiziert denn Kandidatin Isabelle Moret besser als ihre Konkurrenten?

Ist Ihre Partei in Frauenfragen ein Vorbild?

Trotzdem klappte es nicht mit den Frauenkandidaturen für das Parteipräsidium.

Martin Bäumle hatte 2014 einen Herzinfarkt. Haben Sie Angst, dass Ihnen Ähnliches passiert?