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Die Schweiz wächst schneller

Der Bund hat seine Prognose zum Bevölkerungswachstum korrigiert. Die Initianten von Ecopop halten die Annahmen weiter für zu konservativ.

Es ist fast schon zum Ritual geworden. Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat in der Vergangenheit das Wachstum der ­Bevölkerung wiederholt unterschätzt – und musste Berichtigungen vornehmen. Die jüngste Korrektur datiert von diesem Monat und betrifft den Zeitraum von 2014 bis 2023. Demnach wird die Bevölkerung die Grenze von 8,5 Millionen Einwohnern bereits Anfang 2020 überschritten haben – vier Jahre früher, als es das BFS 2010 erwartet hatte. Für Anfang 2020 rechnet das BFS neu mit 8,52 Millionen Einwohnern. Nach seinem bisherigen «mittleren» Szenario wäre dies erst 2023 erreicht worden. Stattdessen werden in jenem Jahr nun 8,71 Millionen Menschen in der Schweiz wohnen, rund 600'000 mehr als Ende 2013.

Nun kommt es bereits zur nächsten Anpassung. Das BFS überarbeitet derzeit seine Langfristszenarien bis 2060. Das Ergebnis wird nächstes Jahr präsentiert. Wie es im Amt heisst, wird höchstwahrscheinlich abermals eine Korrektur nach oben erfolgen. Bislang ging das BFS in seinem «mittleren» von drei Szenarien von 8,99 Millionen Einwohnern 2060 aus. Bemerkenswert ist die Zahl vor dem Hintergrund der Debatte um Ecopop: Sollte das Volk die Ecopop-Initiative annehmen, würde die jährliche Nettozuwanderung auf 0,2 Prozent oder 16'000 Personen gesenkt. Mit Ecopop wüchse sie bis 2060 auf ebenfalls rund 9 Millionen Einwohner. Der Bundesrat hat bis anhin also gleich streng kalkuliert wie die Initiative, die er selber verwirft.

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