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Die Schweizer Diplomatie verliert ein Prestigeobjekt

Nehmen die USA und Kuba wieder diplomatische Beziehungen auf, verliert die Schweiz das Mandat für die Vertretung der amerikanischen Interessen in Havanna – und damit auch einen Zugang zur US-Regierung.

Wird offiziell von der Schweiz geführt: Die amerikanische Interessenvertretung in Havanna.
Wird offiziell von der Schweiz geführt: Die amerikanische Interessenvertretung in Havanna.
Adalberto Roque, AFP
Hatte den Bruch der diplomatischen Beziehungen herbeigeführt: Der kubanische Revolutionär Fidel Castro. (8. Januar 1959)
Hatte den Bruch der diplomatischen Beziehungen herbeigeführt: Der kubanische Revolutionär Fidel Castro. (8. Januar 1959)
AP Photo
Die Lockerung der Ausreisebestimmungen trug zur Entspannung der Beziehungen bei: Kubaner stehen vor der amerikanischen Interessenvertretung in Havanna für Visa an. (31. Januar 2013)
Die Lockerung der Ausreisebestimmungen trug zur Entspannung der Beziehungen bei: Kubaner stehen vor der amerikanischen Interessenvertretung in Havanna für Visa an. (31. Januar 2013)
Desmond Boylan, Reuters
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«Ein Nest der Spione» sei die amerikanische Botschaft, wetterte der kubanische Revolutionär Fidel Castro am 2. Januar 1961. Am Tag danach brachen die USA ihre diplomatischen Beziehungen zu Kuba ab; bereits am übernächsten baten sie die Schweiz offiziell, die Vertretung ihrer Interessen in Havanna wahrzunehmen. Warum die Wahl auf die Schweiz fiel, ist bis heute nicht geklärt, wie der Schweizer Historiker Thomas Fischer feststellte. Für die Schweiz sprach aber neben der Neutralität vor allem ihre Erfahrung als sogenannte Schutzmacht: Während des Zweiten Weltkriegs hatte sie über 200 solcher Mandate ausgeübt.

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