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Die Schweizer Mechaniker des Abdul Qadeer Khan

Vater und Söhne Tinner belieferten den pakistanischen Atomwaffen-Bauer. Kooperierten mit der CIA. Brachten die Schweiz an den Rand einer Staatskrise. Ihr Prozess wird aufgrund des Deals mit dem Staatsanwalt kurz.

Diesem Mann sollen die Tinners zugearbeitet haben: Abdul Qadeer Khan. Er gilt als «Vater» der pakistanischen Atombombe.
Diesem Mann sollen die Tinners zugearbeitet haben: Abdul Qadeer Khan. Er gilt als «Vater» der pakistanischen Atombombe.
Keystone

Heute betreibt Urs Tinner (46) in Haag SG einen Onlineshop für Aquariumszubehör. Früher reiste er in Sachen Zentrifugen – mit seinem Vater Friedrich und dem jüngeren Bruder Marco. Deswegen stehen die drei Tinners am Montag vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona.

Denn es waren keine ganz gewöhnlichen Zentrifugen. Die Tinners gehörten zum Netzwerk von Abdul Qadeer Khan, «Vater der pakistanischen Atombombe» genannt. Der heute 76-jährige Ingenieur kopierte einst in einem holländischen Forschungslabor Unterlagen zu Uran­anreicherungszentrifugen. Er trug massgeblich dazu bei, dass Pakistan 1998 ­erfolgreiche Atomwaffentests durch­führen konnte. Später diente sich Khan auch anderen Staaten an. Die Tinners lieferten Khans Netzwerk Teile für solche Zentrifugen – unter anderem für das libysche Atomwaffenprogramm, das die USA im Oktober 2003 mit der Beschlagnahmung eines deutschen Schiffes im süditalienischen Tarent hochgehen liessen.

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