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Die Spur führt in den Thurgau

Wer ist der Mann, der mit den aus der Bank Sarasin entwendeten Dokumenten zu Hermann Lei ging? Der mittlerweile verhaftete IT-Mann kommt auch aus der Ostschweiz.

Die Affäre Hildebrand: Am 9. Januar 2012 trat Philipp Hildebrand mit sofortiger Wirkung zurück. Die Geschichte nahm ihren Anfang mit Dollar-Käufen im März und im August 2011.
Die Affäre Hildebrand: Am 9. Januar 2012 trat Philipp Hildebrand mit sofortiger Wirkung zurück. Die Geschichte nahm ihren Anfang mit Dollar-Käufen im März und im August 2011.
Peter Klaunzer, Keystone
Kashya Hildebrand, die Ehefrau des Nationalbankpräsidenten, wechselte am 15. August 2011 laut einem Bericht der SNB-Revisionsstelle 400'000 Franken zu einem Kurs von 0.79 Franken in Dollar.
Kashya Hildebrand, die Ehefrau des Nationalbankpräsidenten, wechselte am 15. August 2011 laut einem Bericht der SNB-Revisionsstelle 400'000 Franken zu einem Kurs von 0.79 Franken in Dollar.
Der Bundesrat hätte in der Affäre Hildebrand nicht selber aktiv werden, sondern den Bankrat der Nationalbank einschalten sollen. Zu diesem Schluss kamen die Geschäftsprüfungskommissionen (GPK) des Parlaments im März 2013. Diese Kritik betrifft laut dem Präsident der GPK, Paul Niederberger, insbesondere die damalige Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey.Calmy-Rey war im Dezember 2011 von SVP-Nationalrat Christoph Blocher über eine verdächtige Transaktion des damaligen SNB-Präsidenten Philipp Hildebrand informiert worden. Daraufhin setzte sie Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf und Justizministerin Simonetta Sommaruga in Kenntnis und konfrontierte Hildebrand mit den Vorwürfen. Laut GPK fehlte für dieses Vorgehen aber die Kompetenz.
Der Bundesrat hätte in der Affäre Hildebrand nicht selber aktiv werden, sondern den Bankrat der Nationalbank einschalten sollen. Zu diesem Schluss kamen die Geschäftsprüfungskommissionen (GPK) des Parlaments im März 2013. Diese Kritik betrifft laut dem Präsident der GPK, Paul Niederberger, insbesondere die damalige Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey.Calmy-Rey war im Dezember 2011 von SVP-Nationalrat Christoph Blocher über eine verdächtige Transaktion des damaligen SNB-Präsidenten Philipp Hildebrand informiert worden. Daraufhin setzte sie Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf und Justizministerin Simonetta Sommaruga in Kenntnis und konfrontierte Hildebrand mit den Vorwürfen. Laut GPK fehlte für dieses Vorgehen aber die Kompetenz.
Keystone
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Wer ist der Mann, der mit den Dokumenten von Philipp Hildebrand zum Anwalt Hermann Lei ging? Die SF-Sendung 10vor10 brachte ein paar Informationen über den mittlerweile verhafteten IT-Mann in Erfahrung.

Der Mann stammt aus einem verschlafenen Dorf im Kanton Thurgau. Laut Nachbarn lebte er zurückgezogen als Single. Für einen Informatiker ungewöhnlich: Es gibt im Netz kein Bild von ihm, er war weder auf Facebook noch auf einem anderen sozialen Netzwerk aktiv. Er habe sich in keinem Verein engagiert, ist aber Mitglied der SVP Thurgau.

Alte Schulfreunde

Walter Marty, Präsident der SVP Thurgau ist nicht erfreut über diese Nachricht: «Ich hätte ihm geraten, die Daten zurückzugeben», sagt er gegenüber 10vor10.

Und noch etwas konnte die Sendung in Erfahrung bringen: Der Informant ging mit dem Anwalt Hermann Lei in die gleiche Schule. Aus diesem Grund glaubt auch Valentin Landmann, der Rechtsvertreter von Lei, dass sein Mandant das Amtsgeheimnis nicht verletzt habe. «Er handelte nicht als Anwalt», sagt er gegenüber 10vor10. «Es war ein Gespräch unter Schulfreunden.» Er sehe keinen strafrechtlich relevanten Sachverhalt.

Widmer-Schlumpf beschäftigt Geheimnisverletzung

Eveline Widmer-Schlumpf sagte in der heutigen Arena des Schweizer Fernsehens, sie beschäftige die Seite der Geheimnisverletzung des Falles stark. «Wie kommt man dazu, solche Daten abzukupfern und weiterzuverwenden? Mit dieser Frage müssen wir uns beschäftigen», sagte die Bundespräsidentin.

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