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Die Sucht der Armen

Eliteraucher sterben aus. Unterschichtsraucher lösen sie ab.

Mit Helmut Schmidt starb ein Gentleman-Raucher, vielleicht der letzte seiner Art. Bis vor 20 Jahren galt: Menschen, die sich Geist und Geschmack zuschrieben, rauchten. Kaum ein Intellektueller liess sich ohne Zigarette fotografieren. Die Pfeife im Mundwinkel gehörte zu Jean-Paul Sartre wie sein schielendes Auge. Wer dachte, qualmte.

Heute wird in klarer Luft nachgedacht. Menschen mit Geist und Geschmack rauchen kaum mehr. Tabakkonsum, einst Ausdruck eines mondänen Lebensstils, ist zum Merkmal der unteren Schichten abgestiegen. Das zeigt eine Studie aus Deutschland. Unter Zügelmännern liegt der Raucheranteil am höchsten (85 Prozent), es folgen Putzpersonal (54), Maler und Köche (51). Am wenigsten rauchen Hochschullehrer (13 Prozent), Ärzte (14), Ingenieure und Physiker (15). Studierte bleiben abstinent. Menschen mit schlechtbezahlten Jobs funktionieren auf Nikotin.

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