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«Die Türkei stemmt eine grosse Last»

«Die USA machen eine kühle Kosten-Nutzen-Analyse», sagt EDA-Staatssekretärin Pascale Baeriswyl. Bild: Adrian Moser

Als Chefdiplomatin sind Sie für knapp 200 Länder zuständig. Einer Ihrer schwierigsten Fälle ist die Türkei. Einverstanden?

Seit Monaten hält die Türkei sieben schweizerisch-türkische Doppelbürger fest. Was unternehmen Sie dagegen?

Was heisst das? Lässt die Türkei die Leute ausreisen?

2016 haben türkische Agenten versucht, im Zürcher Oberland einen türkischstämmigen Geschäftsmann zu entführen.

Legen Sie diese Souveränitätsverletzung einfach ad acta?

Die Türkei macht in der Schweiz, was sie will: Sie spioniert, versucht Leute zu entführen, nimmt Einfluss auf Moscheen und indoktriniert Schüler. Nimmt die Schweiz das einfach hin?

Und: Intervenieren Sie?

Im März entzog Ihnen Bundesrat Cassis das EU-Dossier. Wie sehr hat Sie das geschmerzt?

Trotzdem wurde die Übertragung des EU-Dossiers an Roberto Balzaretti als Teilentmachtung wahrgenommen.

Im Juni waren Sie in den USA. Das war früher Routine. Heute immer noch?

Das US-Aussenministerium hat wenig zu sagen, Trump bestimmt die Aussenpolitik via Twitter. Sind normale Gespräche noch möglich?

Die USA traten aus Institutionen aus, die der Schweiz wichtig sind: Menschenrechtsrat, Klima- und Atomabkommen, Unesco. Wie reagieren Sie auf diesen Unilateralismus?

Das halten Sie für glaubwürdig?

Eine Schwächung der multilateralen Weltordnung schadet einem Land wie der Schweiz, das keine Militärmacht ist.

Die Schweiz will in den UNO-Sicherheitsrat. Müssen Sie derzeit besonders leise auftreten, um niemanden zu verärgern?

Strebt die neue EDA-Führung den Sitz im Sicherheitsrat noch gleich entschlossen an?

In Syrien versagt der Rat total.

Was tut die Schweiz, um die Schlächterei in Syrien endlich zu beenden?

Im Moment läuft in Sachen Friedenslösung nicht viel.

Welche Rolle spielt die Schweiz bei den Friedensbemühungen?