Die wichtigsten Entscheide zur AHV

Wo sich die grosse Kammer und der Ständerat in der hitzigen Debatte um die Rentenform einig sind – und wo nicht.

«Bitte einigt euch:» Der Appell von Gesundheitsminister Alain Berset an das Parlament. (13. März 2017)

«Bitte einigt euch:» Der Appell von Gesundheitsminister Alain Berset an das Parlament. (13. März 2017) Bild: Alessandro delle Valle/Keystone

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Bei der Reform der Altersvorsorge wird noch über den Ausgleich für die drohenden Rentenausfälle und die Mehrwertsteuererhöhung gestritten. In allen anderen Punkten haben sich die Räte geeinigt.

Nachstehend eine Übersicht:

  • Der Umwandlungssatz in der obligatorischen beruflichen Vorsorge sinkt von 6,8 auf 6 Prozent. Dadurch sinken die Pensionskassen-Renten um 12 Prozent.
  • Das Frauenrentenalter wird von 64 auf 65 Jahre erhöht.
  • Die AHV kann zwischen 62 zu 70 Jahren bezogen werden. Der gleiche Rahmen gilt in der zweiten Säule. Weil der Alterstrücktritt flexibel ist, gilt 65 nicht mehr als Renten-, sondern als Referenzalter.
  • Der AHV soll der gesamte Ertrag des Demografieprozents zukommen. Deren Einnahmen steigen dadurch um gut 600 Millionen Franken.
  • Der Bundesbeitrag an die AHV bleibt bei 19,55 Prozent.
  • Die AHV-Beitragssätze von Selbständigerwerbenden bleiben unverändert.
  • Witwen- und Waisenrenten sowie Kinderrenten bleiben unverändert. Pflegekinderrenten können weiterhin ins Ausland ausgezahlt werden.
  • Die Mindestquote der Erträge, die Versicherten zukommen muss, bleibt bei 90 Prozent.
  • Die Änderungen, die die AHV betreffen, sollen 2018 in Kraft treten, jene bei der beruflichen Vorsorge 2019. Damit haben die Versicherer ausreichend Zeit für die Umstellung.
  • Die Differenzen

  • Der Nationalrat will die Mehrwertsteuer für die AHV um 0,6 Prozent erhöhen. Der Ständerat hat sich für 1 Prozent ausgesprochen.
  • Ebenfalls noch keine Einigung gibt es über das Konzept für den Ausgleich der Rentenausfälle. Der Ständerat will einen Zuschlag von 70 Franken auf neue AHV-Renten und höhere Ehepaarrenten.
  • Der Nationalrat will die Ausfälle in der zweiten Säule ausgleichen. Dazu soll der Koordinationsabzug abgeschafft werden. Das heisst, dass auf dem ganzen Lohn Pensionskassenbeiträge erhoben werden. Der Ständerat will den Koordinationsabzug leicht verändert beibehalten.
  • Der Nationalrat hat tiefere Altersgutschriftensätze beschlossen: Zwischen 25 und 34 Jahren 5 Prozentpunkte, zwischen 35 und 44 Jahren 8 Prozentpunkte und ab 45 Jahren 13,5 Prozentpunkte. Der Ständerat will 7 Prozent zwischen 25 und 34 Jahren, 11 Prozent zwischen 35 und 44 Jahren, 16 Prozent zwischen 45 und 54 Jahren und dann bis zur Pensionierung 18 Prozent.
  • Nach dem Willen des Nationalrats werden die Einbussen von Versicherten, die bei Inkrafttreten der Reform 45 Jahre oder älter sind, aus dem Sicherheitsfonds ausgeglichen. Der Ständerat will diese Altersgrenze bei 50 Jahren festlegen.
(fal/sda)

Erstellt: 13.03.2017, 18:58 Uhr

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