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«Die Zinsen sind nicht tief, um die Leute zum Häuserkauf zu animieren»

Der Bundesrat spricht von einer beunruhigenden Entwicklung auf dem Immobilienmarkt. ETH-Professor Didier Sornette sagt, man könne die aktuelle Situation nicht mit jener der Achtzigerjahre vergleichen.

«Es ist nicht von einer Immobilienblase, sondern von einer Überhitzung die Rede»: Die Hypothekarzinsen sind immer noch historisch tief.
«Es ist nicht von einer Immobilienblase, sondern von einer Überhitzung die Rede»: Die Hypothekarzinsen sind immer noch historisch tief.
Keystone

Herr Sornette, die Banken sollen bald die Hypothekarkredite mit höheren Eigenmittelanforderungen unterlegen. Dieser Puffer soll die dynamische Entwicklung auf den Immobilienmärkten dämpfen. Was sagen Sie dazu?

Die Situation ist wie immer nicht schwarz oder weiss – und sehr komplex. Man muss diese Entwicklung auf dem Immobilienmarkt in einem internationalen Kontext sehen. Die Zinsen sind nicht darum so tief, weil man die Leute dazu animieren wollte, Häuser oder Wohneigentum zu kaufen. Sie sind so tief, weil man den europäischen Staaten helfen will, die Folgen der Finanzkrise zu bewältigen, und eine weitere Aufwertung des Frankens zum Schutz der Schweizer Exportindustrie vermeiden will. Ein Nebeneffekt davon sind die fast unverschämt tiefen Zinsen für Hypothekarkredite, was tendenziell zu einer Immobilienblase führen kann. Es ist darum richtig, dass der Bundesrat die Kapitalanforderungen der Banken erhöht.

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