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Die Zürcher Resultate sorgen für eine Kontroverse

In Zürich ist der Unmut in der Elternschaft gross: «Seit der Sprachenstreit abgeebbt ist, interessiert sich niemand mehr dafür, wie der Lernerfolg im Französisch verbessert werden kann», sagt Gabriela Kohler, Präsidentin der kantonalen Elternorganisation KEO. 2017 hatte das Stimmvolk die Fremdspracheninitiative abgelehnt. Diese wollte entweder Englisch oder Französisch erst auf der Sekundar- statt in der Primarstufe einführen. Welche Sprache betroffen gewesen wäre, liess das Volksbegehren offen.

Der schlechte Platz im interkantonalen Ranking erstaunt Kohler nicht. Zürich mache viel zu wenig, um die Sprachaustausch-Strategie von Bund und Kantonen umzusetzen. «Ob ein Schüler je einen Austausch machen kann, hängt zu stark von der Motivation seiner Lehrer ab», sagt sie. Diese würden für die zeitintensiven Lager nicht angemessen entlöhnt, weshalb sich der Mehraufwand für sie nicht rechne. «Ich sehe Bildungsdirektorin Silvia Steiner in der Pflicht, die Strategie endlich umzusetzen», so Kohler. Immerhin sei diese auch Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz EDK. «Sollte der Wirtschaftskanton Zürich nicht eine Vorreiterrolle übernehmen?»

Austausch hat Grenzen

Die Zürcher Bildungsdirektion relativiert die schlechte Bilanz: Wegen des «unverhältnismässigen» administrativen Aufwands gebe es keine formelle Umfrage zu den Austauschaktivitäten in den Schulen, sagt Brigitte Mühlemann, stellvertretende Leiterin des Volksschulamts. Erhoben würden nur jene Austausche, die vom Kanton finanziell unterstützt werden. Dafür sieht Zürich eine Klassenpauschale von 500 Franken plus 15 Franken pro Schüler vor. Der Kanton ortet nur begrenzt Handlungsbedarf. Zum einen seien dem Austausch wegen der ungleich grossen Sprachräume Grenzen gesetzt, sagt Mühlemann. «Dieses strukturelle Problem kann mit zusätzlichen Mitteln nicht behoben werden.» Weil Zürich nicht an einen anderssprachigen Kanton grenze, seien Austausche nicht leicht zu organisieren. Zum anderen wolle man «keinen Zwang ausüben, um die Quoten um jeden Preis zu erhöhen. Die Schulen sollen frei über den Austausch entscheiden.»

Mühlemann verweist auf anderweitige Bemühungen des Kantons, um das Französisch der Schüler zu verbessern. So wurde der Anfangsunterricht mit dem laufenden Schuljahr von zwei auf drei Wochenlektionen erhöht. Und das neue, multimediale Lehrmittel «dis donc!» stosse auf positive Resonanz. (rbi/hä)

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