Die Zukunft liegt in der Agglo
Die Bewohner der Vorstädte sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten konservativer und öffnungskritisch geworden. Die Politik reagiert hilflos auf das Phänomen.

Zur Agglomeration drängt alles, an der Agglomeration hängt alles. Spätestens seit der Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative vom Februar, seit die Agglomerationen gemeinsam mit den ländlichen Gebieten für ein knappes Ja gesorgt haben, ist die graue Vorstadt zum schillernden Sehnsuchtsort der Schweizer Politik geworden. Jener Ort, an dem sich das politische Schicksal der Schweiz entscheidet. Wo die Zukunft des Landes in Europa verhandelt wird. Denn die Öffnungsfrage ist im beginnenden Wahljahr entscheidend.
Diese Woche sind es die Sozialdemokraten, die einen neuen Anlauf ins unbekannte Gebiet unternehmen. In Liestal, Baselbieter Hauptort und Prototyp einer Agglomerationsgemeinde (obwohl man das dort nicht gerne hört), wird die SP an ihrer Delegiertenversammlung eine Agglomerations-Offensive beschliessen. Ein Prozess, der intern umstritten ist und dessen Aussichten auf Erfolg höchst bescheiden sind. Denn die SP scheint mit ihrem Profil nicht in die Vorstadt zu passen.