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Diese Stimmenden brachten den Gripen zum Absturz

Die VOX-Analyse gibt Aufschluss über das Abstimmungs-Nein zum Kampfjet. Auffällig: Auch unter Armeebefürwortern war die Ablehnung hoch.

Die Auslieferung an die schwedische Luftwaffe verzögert sich weiter: Der Gripen E bei einer Präsentation in Schweden.
Die Auslieferung an die schwedische Luftwaffe verzögert sich weiter: Der Gripen E bei einer Präsentation in Schweden.
Keystone
Für Saab ist das Schweizer Nein zum Gripen ein herber Schlag: Ein Mitarbeiter des Konzerns arbeitet in Linköping an einem Gripen.
Für Saab ist das Schweizer Nein zum Gripen ein herber Schlag: Ein Mitarbeiter des Konzerns arbeitet in Linköping an einem Gripen.
Keystone
«Nein zu den Kampfjet-Milliarden»: Aktivisten aus dem rot-grünen und liberalen Lager reichen das Referendum mit rund 100'000 Unterschriften gegen die Beschaffung des Kampfflugzeugs Gripen ein. (14. Januar 2014)
«Nein zu den Kampfjet-Milliarden»: Aktivisten aus dem rot-grünen und liberalen Lager reichen das Referendum mit rund 100'000 Unterschriften gegen die Beschaffung des Kampfflugzeugs Gripen ein. (14. Januar 2014)
Lukas Lehmann, Keystone
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Das Nein des Stimmvolks zum Kauf der Gripen-Kampfjets ist wegen Stimmenden der politischen Mitte zustande gekommen. Gemäss der am Mittwoch veröffentlichten VOX-Analyse lehnte die Hälfte der Mittewähler die Vorlage ab.

Zusammen mit den Stimmenden aus dem linken Spektrum, welche die Vorlage wuchtig verwarfen, brachten die Mittewähler damit den Gripen-Kauf an der Urne zum Absturz. Die gespaltene Mitte habe wesentlich zum Scheitern beigetragen, heisst es in der VOX-Analyse des Forschungsinstituts GFS Bern und des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Zürich.

Vier von fünf SVP-Mitgliedern waren dafür

Grosse Unterstützung fand die Vorlage einzig bei den Sympathisanten der SVP: Vier von fünf legten ein Ja in die Urne. Auch bei den Befürwortern einer starken Armee war der Gripen-Kauf nicht unumstritten – fast ein Viertel von ihnen legte ein Nein ein. Die Beschaffung neuer Kampfjets wurde offenbar nicht als zwingende Voraussetzung für die Erhaltung einer starken Armee betrachtet.

Von einer grundsätzlichen Infragestellung einer eigenständigen militärischen Verteidigung der Schweiz könne denn auch nicht die Rede sein, heisst es in der VOX-Analyse. Vielmehr scheine sich ein beachtlicher Teil der Nein-Stimmenden trotz positiver Haltung zur Landesverteidigung bewusst und differenziert gegen die Beschaffung der Gripen-Kampfjets ausgesprochen zu haben.

Umstrittener Typ und Pannen im Abstimmungskampf

Die Gründe, warum die Stimmenden die Vorlage ablehnten, sind unterschiedlich. Ein Drittel von ihnen störte sich an den Kosten. Zu diesen Nein-Stimmenden gesellten sich auch solche, die den Gripen als Flugzeugtyp ablehnten (13 Prozent), eine generelle Neuausrichtung der Armee verlangen (13 Prozent) oder grundsätzlich gegen die Armee sind (9 Prozent). Und auch die Pannen im Abstimmungskampf waren laut der VOX-Analyse für 6 Prozent ein Grund, ein Nein in die Urne zu legen.

Im Gegensatz zu früheren Armeeabstimmungen wie etwa zur Volksinitiative zur Aufhebung der Wehrpflicht sei die Abstimmung über den Gripen-Kauf von kaum jemandem als Grundsatzfrage pro oder kontra Armee aufgefasst worden, heisst es in der VOX-Analyse.

Schlussspurt der Befürworter blieb wirkungslos

Noch kurz vor der Abstimmung hatten die Gripen-Befürworter nochmals aufs Gaspedal gedrückt, etwa mit dem gemeinsamen Auftritt der bürgerlichen Parteipräsidenten auf dem Bundesplatz. Die von den Gripen-Befürwortern erhoffte Schlussmobilisierung der Armeefreunde blieb jedoch laut der VOX-Analyse aus.

Männer stimmten dem Gripen häufiger zu (53 Prozent) als Frauen (42 Prozent). Unter den Männern wiederum war der Ja-Stimmen-Anteil bei aktuellen oder ehemaligen Militärangehörigen mit 58 Prozent deutlich höher als bei jenen, die nie Angehörige der Armee waren (36 Prozent).

Für die VOX-Analyse wurden 1510 stimmberechtigte Personen befragt. Der Stichprobenfehler für die Gesamtheit der Befragten lag bei +/–2,5 Prozent.

(SDA)

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