Dieses Bild könnte Ihre Gefühle verletzen
Grosses Unverständnis für die Baselland Transport AG. Das Verkehrsunternehmen hat Teile einer Sensibilisierungskampagne für junge Homosexuelle abgelehnt: zu heikel.

Der Tag hat schlecht begonnen für Andreas Büttiker, den Direktor der Baselland Transport AG (BLT). Nachdem «20 Minuten» am Mittwoch publik gemacht hat, dass die BLT Plakate von küssenden Homosexuellen aus Rücksicht auf die Fahrgäste nicht zeigen will, werden Büttiker und die BLT mit Schmähungen bedacht. Per Mail, auf der Facebook-Seite des Unternehmens, per Twitter: ein einziges grosses «Gehts noch?». Pink Cross, die Dachorganisation der Schweizer Schwulen, ruft für kommende Woche zum Protestknutschen in einem Baselbieter Tram auf.
Der BLT-Direktor fühlt sich unverstanden. Man habe ja nichts gegen die Kampagne per se, aber müssen es wirklich küssende Männer und Frauen sein? «Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Fahrgästen.» Nach Rücksprache mit seinem Marketingchef kam Büttiker zum Schluss, dass die Bilder «heikel» seien und die Gefühle der Passagiere verletzen könnten. Das betrifft nur die Bilder der Plakatserie mit den küssenden Jugendlichen – Bilder mit gleichgeschlechtlichen Umarmungen mutet BLT-Chef seinen Fahrgästen zu.