Doris Leuthard tritt wieder an

Bundesrätin Leuthard will in der Regierung bleiben. Die CVP soll gleichzeitig Parteichef Darbellay als Kandidaten ins Spiel bringen.

Kann 2017 nochmals Bundespräsidentin werden: Doris Leuthard. (Archivbild)

Kann 2017 nochmals Bundespräsidentin werden: Doris Leuthard. (Archivbild) Bild: Thibault Camus/Keystone

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Bundesrätin Doris Leuthard verspürt keine Amtsmüdigkeit: Laut ihrem Parteipräsidenten Christophe Darbellay tritt sie bei den Gesamterneuerungswahlen im Dezember nochmals an. In den vergangenen Wochen waren Spekulationen über einen möglichen Abgang aufgekommen.

Doris Leuthard trete wieder an und wolle sich wiederwählen lassen, sagte CVP-Präsident Darbellay dem «SonntagsBlick». Leuthard, 2006 in die Regierung gewählt, ist die derzeit amtsälteste Bundesrätin. Auf Fragen danach, ob sie nochmals antrete, hatte die 52-jährige Aargauerin bis heute ausweichend geantwortet.

Darbellay erfreut

2017 würde die Infrastrukturministerin nochmals Bundespräsidentin. Ob sie danach abtreten oder weitermachen werde, lasse sie im Moment noch offen, sagte Darbellay weiter. Er zeigte sich erfreut, dass Leuthard so kurz vor den Wahlen Klarheit über ihre Absichten schafft.

Befeuert wurden Spekulationen über einen allfälligen Rücktritt in der vergangenen Woche, als die CVP Leuthards langjährigen Generalsekretär Walter Thurnherr als neuen Bundeskanzler vorschlug.

Mit Spannung erwartet wird der Entscheid von BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, ob sie sich erneut wählen lassen will. Ihr Sitz ist erneut gefährdet. Die SVP pocht auf einen zweiten Sitz auf Kosten Widmer-Schlumpfs und bekommt dafür Unterstützung bis weit in die Mitte. Bis heute hält sich Widmer-Schlumpf bedeckt.

Darbellay als CVP-Bundesratskandidat?

Die «Schweiz am Sonntag» skiziiert ein weiteres Szenario. Wie sie schreibt, baut Mitte-Links unter Federführung von SP-Präsident Christian Levrat neben BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf möglicherweise einen CVP-Vertreter als Plan B für den Bundesrat auf. Die Zeitung beruft sich auf eine «gut informierte Quelle». In der CVP selbst vermutet man, Präsident Christophe Darbellay sei dieser Mitte-Links-Bundesratskandidat. Darbellay dementiert das nicht, er sagt zur «Schweiz am Sonntag»: «Meine oberste Priorität liegt im Wallis. Aber ich habe Bern als Option nie ausgeschlossen.»

In der gleichen Zeitung beschwert sich FDP-Präsident Philipp Müller über die SVP: «Es ist wirklich sehr erstaunlich, dass man zuerst um uns wirbt und ständig von einer bürgerlichen Mehrheit spricht. Dann aber geht man plötzlich mit Attacken auf die FDP los, frei nach dem Motto ‹Zuckerbrot und Peitsche›.» Müller spricht damit verschiedene FDP-kritische Artikel der «Weltwoche» an, die vor und nach seinem Autounfall erschienen waren. Es sind aber auch verbale Angriffe von SVP-Doyen Christoph Blocher, die das Klima vergiften. Er hatte von einem «schweren Defizit» Müllers gesprochen und dass die Halbwertszeit der Aussagen Müllers «nicht einmal einem Tag» entspreche.

Freisinnige bestätigen der Zeitung, dass das zu einer zunehmenden Unlust in der FDP führt, einen zweiten SVP-Vertreter zu wählen. Die «Weltwoche» sei eine «unabhängige Zeitung», entgegnet Verleger und SVP-Nationalrats-Kandidat Roger Köppel. «Sie berichtet über alle Parteien kritisch, wenn nötig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die FDP unsere Artikel zum Anlass parteipolitischer Strafaktionen gegen die SVP nähme.» Das wäre, so Köppel, «unschweizerisch».

Heinz Tännler bleibt im Bundesratsrennen

Zuger SVP-Regierungsrat Heinz Tännler (55) denkt nicht daran, sich aus dem Rennen um einen möglichen zweiten SVP-Sitz im Bundesrat zurückzuziehen. Dies sagte er dem «SonntagsBlick». Dabei wird der ehemalige Direktor der Rechtsabteilung der Fifa wegen seiner beruflichen Vergangenheit selbst in der eigenen Partei scharf kritisiert. Tännler zum «SonntagsBlick»: «Als ich Chefjurist der Fifa geworden bin, war ich stolz auf diesen Job und meine geleistete Arbeit – und bin es noch heute.»

Zwar sei er überrascht, was die Ermittlungen gegen die Fifa zutage förderten. Aber diese Vorgänge seien seines Wissens nicht während seiner dreijährigen Tätigkeit bei der Organisation geschehen. «Damit hatte ich nichts zu tun», so Tännler. Doch als ehemaliger Mitarbeiter der Fifa sei er nun halt «gebrandmarkt». (chk/sda)

Erstellt: 11.10.2015, 09:24 Uhr

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