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Doris Leuthard und die Bäume

Die Umweltministerin will den Wald vor kurzfristigem Gewinnstreben schützen – und stösst dabei auf den Widerstand der Holzlobby und der Bauern.

Will dem Wald Sorge tragen: Doris Leuthard.
Will dem Wald Sorge tragen: Doris Leuthard.

Umweltministerin Doris Leuthard will zwischen den verschiedenen Ansprüchen an den Schweizer Wald vermitteln. Sie will Lösungen entwickeln, die den Wald langfristig als Schutz gegen Naturgefahren, als Trinkwasserlieferant und als Lebens- und Erholungsraum erhalten.

Wie sie heute Freitag an einem Waldspaziergang aus Anlass des Jahres des Waldes im bernischen Wynau sagte, soll dabei gleichzeitig der Holznutzung, der Landwirtschaft und der Siedlungspolitik genug Raum gegeben werden.

Die gravierenden Folgen des Kahlschlags

Leuthard erinnerte gemäss Redetext daran, dass die Schweiz vor 150 Jahren die bitteren Folgen des Raubbaus am Wald zu spüren bekam: Überschwemmungen, Murgänge, Steinschlag und Lawinen verheerten Teile des Landes.

Deshalb wurde der Wald 1876 mit dem Forstgesetz unter Schutz gestellt und die Wiederaufforstung eingeleitet. Die Lage hat sich seither verbessert, so dass die Waldfläche wieder grösser wurde. Zwischen 1995 und 2007 wuchs der Wald im Alpenraum um 9,1 Prozent. Im Mittelland blieb die Waldfläche dagegen konstant.

Bauern möchten Wald nutzen

Diese Flächen stehen laut Leuthard wieder unter Druck: Der Bauernverband möchte den Schutz lockern, um Landwirtschaftsland zu ersetzen, das durch Überbauung verloren geht. Und die Raumplanungskommission des Ständerats möchte den Rodungsersatz flexibler anwenden. Gleichzeitig fordern die Waldeigentümer für die Waldpflege eine höhere Abgeltung.

«Wenn wir unsere Wälder auch den nächsten Generationen erhalten wollen, dann ist kurzfristiges Gewinnstreben fehl am Platz», sagte Leuthard. Diese Interessen unter einen Hut zu bringen, sei nicht einfach, aber machbar.

Lignum protestiert

Lignum, der Dachverband der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft, stellte gleichentags in einem Communiqué in Abrede, dass es einen Zielkonflikt zwischen Schutz und Nutzen gebe. Die Nutzung der Schweizer Wälder sei vorbildlich: Es werde niemals mehr Holz entnommen, als insgesamt wieder nachwachse.

Die gezielte und schonende Entnahme von Bäumen sorge dafür, dass junge Bäume nachwachsen könnten. Die Nutzung stärke damit die Widerstandskraft der Wälder.

SDA/miw

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