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Doris Leuthard

«Sie kommt im April in ein Schicksalsjahr.» Die Uvek-Vorsteherin ist zurzeit die starke Figur der Regierung. Die etwas andere Bilanz.

Politische InhalteNote: 5–6 Wie es auch weitergehen mag in der Schweizer Energiepolitik, ihr Name wird auf immer mit dem geplanten Atomausstieg verbunden sein. Doris Leuthard, aufgewachsen und wohnhaft im Atomkanton Aargau, trug früher den Übernamen «Atom-Doris», denn sie sass einst im Verwaltungsrat eines Unternehmens, das an einem Atomkraftwerk beteiligt ist. Im Frühling dieses Jahres organisierte sie im Bundesrat die Mehrheit für den Ausstieg – und überraschte damit Freund und Feind der Atomenergie. 2006 in den Bundesrat gewählt, ist sie bereits dessen amtsältestes Mitglied. Seit einem Jahr steht sie dem wichtigen Infrastrukturdepartement vor, ist im Volk beliebter als all ihre Kollegen, und auch die Medien sind ihr wohlgesinnt. Mit anderen Worten: Sie ist zurzeit das Kraftzentrum der Regierung, an ihr kommt heute und wohl auch in Zukunft keiner vorbei. Diese starke Position könnte ihr im zweiten wichtigen Dossier zupasskommen: in der Finanzierung der Bahninfrastruktur. Im Bahnland Schweiz ein heikles und emotionales Geschäft, das solide Mehrheiten benötigt. Leuthard ist zuzutrauen, dass sie hier eine breite Koalition schmiedet.

RhetorikNote: 6 Sie ist auch rhetorisch eine Strahlefrau, sie kommt beim Volk sehr gut an. Politisch wie rhetorisch ist sie flexibel, sie wechselt beim Argumentieren zu oft den Kurs, aber sie kann sehr einleuchtend begründen, warum sie ihre Meinung geändert hat. Sie besitzt zudem die Gabe, komplexe Sachverhalte einfach und bildhaft zu erklären. Früher las sie bei ihren Reden oft vom Blatt ab. Mittlerweile überzeugt sie in der Öffentlichkeit durch ihr freies und dialogisches Sprechen – ohne Stresssignale.

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