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Dreierticket der FDP macht Bundesratswahl unberechenbar

Die FDP bietet dem Parlament mit Ignazio Cassis, Isabelle Moret und Pierre Maudet eine maximale Auswahl.

Die FDP-Fraktion will keinen der drei von den Kantonalparteien vorgeschlagenen Kandidaten vorzeitig aus dem Bundesratsrennen nehmen. Mit 22 zu 19 Stimmen entschied sie sich gestern in Neuenburg dafür, der Bundesversammlung für die Wahl vom 20. September Ignazio Cassis, Isabelle Moret und Pierre Maudet vorzuschlagen.

In den anderen Fraktionen wird die Kandidatenauswahl begrüsst. Der Genfer SP-Nationalrat Carlo Sommaruga hält das Dreierticket für den «weisesten Entscheid», den die FDP treffen konnte. Für den gebürtigen Tessiner Sommaruga rückt mit der Dreierauswahl jedoch die regionale Frage in den Hintergrund. «Mit dieser Auswahl wird man viel stärker über die einzelnen Persönlichkeiten diskutieren», sagt Sommaruga. Denn die FDP stelle drei kompetente Kandidaten mit unterschiedlichen Profilen zur Auswahl. «Man wird nun darüber diskutieren, welche Priorität die Vertretung des Tessins im Bundesrat hat.» Es stelle sich die Frage, wer die Anliegen des Tessins am besten vertreten könne. Dies müsse nicht zwingend Cassis sein.

Hearings beginnen am 12. September

Der Tessiner FDP-Präsident Bixio Caprara sagt, die Nomination von Ignazio Cassis sei in der Fraktion unbestritten gewesen. Diskutiert habe die FDP darüber, ob beide Romands aufgestellt werden sollten. Sorgen macht Caprara aber die Anspruchshaltung der Welschen im Vorfeld dieser Wahl. «Sie zeigen sich taub gegenüber der kulturellen Bedeutung der dritten Schweiz.»

Frauen begrüssen vor allem die Nomination der Waadtländerin Isabelle Moret. Mit der Nomination einer Frau habe die FDP eine wichtige Forderung der Grünen erfüllt, sagt Präsidentin Regula Ritz. Sie setze sich dafür ein, dass die Grünen bei gleicher Qualifikation die Frau wählten, also Moret. Die gleiche Priorität hat auch SP-Nationalrätin Silvia Schenker. Für sie birgt das Dreierticket aber die Gefahr, dass bei der Wahl ein Zufallsresultat herauskommt. «Der Wahlablauf kann mit drei Kandidaten eine grössere Dynamik erhalten.» Dieser Meinung sind auch andere Parlamentarier. Für CVP-Präsident Gerhard Pfister kommt das Dreierticket nicht überraschend. «Es handelt sich um den diplomatischen Ausweg, damit die FDP-Fraktion niemanden desavouieren musste.»

Nach den Hearings in der eigenen Fraktion müssen sich die Kandidaten den Anhörungen in den anderen ­Fraktionen stellen. Diese beginnen am 12. September. Bereits morgen führt die SP-Fraktion eine erste Diskussion über die Wahl.

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