E-Bikes sind ein Teil der Lösung

Elektrofahrzeuge sind umweltschädlicher als die Bahn. Stimmt. Doch sie liegen deutlich vor Benzinern.

Wer mit einem E-Bike statt mit einem Motorrad unterwegs ist, schont die Umwelt. Foto: Peter Hermus (Getty Images)

Wer mit einem E-Bike statt mit einem Motorrad unterwegs ist, schont die Umwelt. Foto: Peter Hermus (Getty Images)

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Seit der Bund seine Roadmap zur Förderung von Elektromobilität angekündigt hat, scheint sich eine Art unheilige Allianz von Mobilitätsgegnern und Klimawandelleugnern auf Nutzer von Elektroautos und E-Bikes einzuschiessen. 

Im Subtext ihrer Kritik predigen sie den E-Piloten, sie sollten aufhören, sich für die einzig wahren Grünen und somit für überlegen zu halten. Denn sie seien allenfalls hell-, aber bestimmt nicht dunkelgrün. Doch wie viele E-Fahrer geben tatsächlich vor, was ihnen hier unterstellt wird? Zumindest die meisten E-Biker führen das Ökoargument frühestens an dritter Stelle. Zuerst kommt die unschlagbare Effizienz, mit der einen das E-Bike von A nach B bringt. An zweiter Stelle folgt die Steigerung der Gesundheit und der Bewegungsfähigkeit. Und erst dann geht es ums allgemeine ökologische Wohl.

Egoistisch? Durchaus. Doch wie steht es mit dem Egoismus der SUV-Fahrenden, die alleine und täglich durch unsere Innenstädte steuern? Und wie egogeleitet sind Mobilitätsgegner, die es sich leisten können, ihr Auskommen zu Hause oder in ihrer Nähe zu erwirtschaften, und deshalb nicht pendeln müssen?

Elektroautos werden besser und besser

Ein zweiter Vorwurf an die Adresse der E-Fahrer ist, durch ihren Umstieg oder Neueinstieg ins E-Leben würde das Verkehrsaufkommen gesteigert. Mag sein. Der Anwurf kommt aber in einer Zeit, in der die Mobilitätsrate aus ganz anderen Gründen jährlich um ein- bis zweistellige Prozentzahlen steigt: Der Mensch ist immer öfter, immer weiter unterwegs. Sind daran allein die E-Fahrer schuld? Mit Sicherheit nicht!

Unredlich ist der Hinweis, E-Bikes seien unökologischer als die Bahn. Jedes Kind kann sich ausrechnen, dass es viel umweltschonender ist, wenn 100 oder gar 1000 Personen sich in einem Fahrzeug vorwärtsbewegen, als wenn dies einer allein mit einem einzigen Fahrzeug tut. Dieser Befund ist weder neu noch überraschend. Und wenn man ihn schon hervorheben will, dann sollte man redlich darauf hinweisen, dass das E-Bike im Ranking von 13 Verkehrsgeräten auf Platz drei liegt: Weit vor den Benzinautos oder -motorrädern und auch vor den Elektroautos. Dass Letztere nur im Mittelfeld verordnet werden, unterschlägt zudem, dass sich deren Ökobilanz in den kommenden Jahren wohl um ein Vielfaches verbessern wird. Ein Blick in ein Fachmagazin oder in einen E-Bike-Laden genügt, um zu erkennen, dass die Akkus der strombetriebenen Gefährte im Quartalstempo leistungsfähiger werden und dass sich die Ökobelastung bei der Herstellung verringert. In einigen Jahren werden Elektroautos wohl Plätze gutmachen.

Vom Benzin auf Strom umgestiegen

Bleibt die Unterstellung im Umweltbericht des Bundes, es seien vor allem ÖV- und Velofahrer, die auf E-Bikes umsteigen, statt wie erhofft die wirklichen Dreckverschleuderer. Auch das sollte man wohl nicht den E-Fahrern anlasten, sondern eher der Förderkampagne des Bundes: Diese sollte sich tatsächlich expliziter an die gar nicht Grünen statt an die Hellgrünen wenden: Erstens: Weg vom Benziner. Zweitens: Hin zum ÖV, zum Velo oder zum E-Bike (ausserhalb der Agglo zu Elektroautos) und hin zu deren Kombination.

Viele E-Freunde haben mehreres gemeinsam: Sie kombinieren die Fahrzeuge der drei ökologischsten Kategorien. Sie sind jüngst vom Benzin auf Strom und Muskelkraft umgestiegen. E-Bikes und Elektroautos sind nicht das Problem, sondern ein Teil der Lösung.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 20.12.2018, 07:29 Uhr

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