Ecopop tritt auch im Aargau und in der Waadt an

Zürich war erst der Anfang. Der Aargauer Andreas Thommen will den Fünfer und das Weggli: Für Ecopop in den Nationalrat – und bei den Grünen bleiben.

Heikle Kandidatur: Ecopop-Sekretär Andreas Thommen tritt im Aargau gegen seine Partei an. Foto: Walter Bieri (Keystone)

Heikle Kandidatur: Ecopop-Sekretär Andreas Thommen tritt im Aargau gegen seine Partei an. Foto: Walter Bieri (Keystone)

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Der Verein Ecopop lässt sich vom Misserfolg seiner Initiative zur Eindämmung der Einwanderung nicht entmutigen. In den Kantonen Aargau und Waadt will er den Sprung in den Nationalrat schaffen; dies bestätigt Sekretär Andreas Thommen auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Auf namhafte Exponenten kann der Verein nicht zurückgreifen.

Thommen, selber Mitglied der Grünen Partei und Gemeindeammann von Effingen, fungiert im Aargau auf dem ersten Listenplatz. In der Waadt ist es Anita Messere, Sprecherin des Vereins und bislang ohne politisches Mandat.

Bevölkerungswachstum als Chance

Bereits bekannt gegeben hat der Verein, dass er in Zürich mit einer eigenen Kandidatenliste für die Nationalratswahlen vom 18. Oktober antreten wird. Fallen lassen musste er hingegen seine Pläne für Bern, den vierten bevölkerungsstarken Kanton der Schweiz. Thommen begründet diesen Schritt mit der erfolglosen Suche nach geeigneten Kandidaten.

Nicht ohne Ironie mutet an, dass der Verein, der gegen «die Überbevölkerung der Schweiz» ist, just vom Bevölkerungswachstum profitieren könnte. Der Kanton Aargau, dessen Einwohnerzahl in den letzten Jahren kräftig gestiegen ist, erhält neu einen 16. Sitz in der grossen Kammer. Zudem tritt der grüne Nationalrat Geri Müller nicht mehr an.

Gegen die eigene Partei

«Daraus versuchen wir Kapital zu schlagen», sagt Thommen. Seine Kandidatur birgt Zündstoff, tritt er doch gegen seine Partei an. Im März hatte Thommen angekündigt, im Falle einer Kandidatur die Grünen zu verlassen. Doch nun ist fraglich, ob er diesen Schritt tatsächlich macht. Eigentlich, so sagt er, wolle er nicht unbedingt austreten, da er die Politik seiner Partei nach wie vor in vielen Punkten mittrage.

Möglicherweise wird die Partei Thommen den Entscheid abnehmen. Jonas Fricker, Präsident der Grünen Aargau, stellt jedenfalls klar: «Wenn ich gegen die eigene Partei anträte, würde ich konsequenterweise den Austritt geben.» Er erwarte, dass Thommen zu diesem Schluss komme.

Erstellt: 10.07.2015, 16:30 Uhr

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