So reagiert die Schweiz auf die Ausweisung eines Botschafters

Venezuela hatte den Schweizer Botschafter zur «Persona non grata» erklärt. Was Twitter damit zu tun hat.

Musste Venezuela Anfang Februar verlassen: Bénédict de Cerjat.

Musste Venezuela Anfang Februar verlassen: Bénédict de Cerjat. Bild: Twitter

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Die Ausweisung eines Schweizer Diplomaten aus Venezuela stösst beim Eidg. Aussendepartement (EDA) auf Kritik. Der Entscheid sei harsch und unverhältnismässig gewesen, findet das EDA.

Bénédict de Cerjat, Chargé d'affaires ad interim in Caracas, war von der venezolanischen Regierung wegen seiner Tweets zur «Persona non grata» erklärt worden. Die Tweets seien als «Einmischung in innere Angelegenheiten» wahrgenommen worden, schreibt der Bundesrat in seiner schriftlich nachgereichten Antwort zur Fragestunde im Nationalrat vom Montag.

Link zu einem Zeitungsartikel als Auslöser?

Nur wenige der Tweets hätten sich jedoch auf aktuelle Themen oder Ereignisse in Venezuela bezogen, etwa auf den ruhigen Ablauf der Parlamentswahlen. Diese seien «generell gehalten und allgemein neutral formuliert» gewesen.

Als «kritisch gegenüber dem Land» könnte die venezolanische Regierung nach Ansicht des Bundesrats einen Tweet mit einem Link zu einem Artikel über Venezuela einer Schweizer Tageszeitung betrachtet haben. Zum Inhalt des Artikels äusserte sich der Bundesrat nicht.

Aussprache erwünscht

Das EDA hat inzwischen den venezolanischen Botschafter in der Schweiz zu einer Aussprache einbestellt. Dabei habe der Staatssekretär «das Unverständnis der Schweiz über eine aus Sicht des EDA harsche, unverhältnismässige Entscheidung Venezuelas manifestiert». De Cerjat hat Venezuela anfangs Februar verlassen. (kko/sda)

Erstellt: 07.03.2016, 19:36 Uhr

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