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Ein Bio-Ritter für den Bauernstand

Der CVP-Nationalrat Markus Ritter ist der neue oberste Vertreter der Schweizer Bauern. Mit seiner Familie betreibt der 45-Jährige einen Hof im St. Galler Rheintal. Dabei setzt er vor allem auf eines – Nachhaltigkeit.

Mit 245 Stimmen gewählt: CVP-Nationalrat Markus Ritter ist neuer Präsident des Bauernverbandes.
Mit 245 Stimmen gewählt: CVP-Nationalrat Markus Ritter ist neuer Präsident des Bauernverbandes.
Keystone
Nach zwölf Jahren ist Schluss: Hansjörg Walter gibt sein Amt als höchster Bauer ab.
Nach zwölf Jahren ist Schluss: Hansjörg Walter gibt sein Amt als höchster Bauer ab.
Keystone
... der SVP-Nationalrat Andreas Aebi ....
... der SVP-Nationalrat Andreas Aebi ....
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Mit Markus Ritter übernimmt erstmals ein Biobauer das Präsidium des Schweizerischen Bauernverbands.Der 45-jährige CVP-Nationalrat aus dem St. Galler Rheintal will sich für die Anliegen aller Bauern einsetzen und für einen geschlossenen Auftritt nach aussen sorgen.

Der Betrieb von Markus Ritter im Krans in Altstätten ist einer, wie es ihn viele gibt im Kanton St. Gallen. Mit seinen rund 28 Hektaren ist der Hof auf Milchwirtschaft ausgerichtet, betreibt aber auch etwas Ackerbau und verfügt über 225 Hochstammobstbäume. Ritter hält 26 Milchkühe, zieht 26 Jungtiere auf und besitzt drei Mutterschafe sowie zehn Bienenvölker.

Betrieb von Eltern übernommen

Markus Ritter leitet den Betrieb, den er 1989 von seinen Eltern übernommen hat. Seine Frau Heidi brachte ebenfalls den elterlichen Betrieb mit in die Familie. Zwei Mitarbeiter und eine Praktikantin vervollständigen das Team.

Die beiden Söhne haben Interesse an der Landwirtschaft. Strategien für die Betriebsentwicklung würden mit der nachfolgenden Generation diskutiert, sagt Ritter. Im Vordergrund stehe eine nachhaltige Produktion.

2001 auf Bio umgestellt

Nach der Schliessung der Käserei im Dorf stiegen die Ritters 2001 auf Bio-Produktion um. Bio Suisse hat das längerfristige Ziel formuliert, dass in der Schweiz nur noch biologischer Landbau betrieben wird. «Der Markt soll entscheiden», sagt Ritter. Wenn die Nachfrage für Bio-Produkte da sei und dafür angemessene Preise bezahlt würden, werde die Zahl der Bio-Bauern steigen, andernfalls werde sie sinken.

Er wolle sich als Bauernverbands-Präsident für alle Bauern einsetzen, ob Tal-, Hügel- oder Bergbauern, egal, was sie produzieren und wie sie produzieren. Gerne würde er integrierend die verschiedenen Meinungen der Landwirtschaft bündeln und beharrlich nach aussen vertreten.

Im St. Galler Bauernverband, den Ritter seit 2005 präsidiert, habe sich dies bewährt. Es ist nie zu Diskussionen gekommen. Jeder Landwirt müsse für sich entscheiden, welches Produktionssystem für ihn das richtige sei. Die Zufriedenheit der Basis bestätige auch der Umstand, dass im Kanton St. Gallen 96 Prozent der Direktzahlungsberechtigten beim Verband Mitglied seien.

Buhlen um Bauern

Markus Ritter ist seit 2005 Präsident des St. Galler Bauernverbands. Ein Jahr später erfolgte die Berufung in den Vorstand des Schweizerischen Bauernverbands (SBV). In einer Ritterrüstung und mit dem Slogan «Der Ritter für Bern» war er zu den Wahlen 2011 angetreten: Im vergangenen Herbst schaffte er den Einzug in den Nationalrat.

Die Delegierten des SBV hat er mit einer 6-seitigen Broschüre über seine Schwerpunkte eingedeckt. Er kommuniziere konsequent dreisprachig, sagte der 45-Jährige, der nicht nur die Ostschweizer, sondern auch die Westschweizer Delegierten von sich überzeugen konnte.

Ein Vorstoss eingereicht

Auch die Parteispitze der CVP buhlt um die Bauern und unterstützte Ritters Kandidatur für das SBV-Präsidium nach Kräften: Sie platzierte den Neuling im eidgenössischen Parlament in die wichtige Wirtschaftskommission (WAK) und CVP-Chef Christophe Darbelley stimmte als WAK-Präsident oft im Sinne des Bauernverbands.

Bislang hat Markus Ritter erst einen Vorstoss eingereicht: In der Motion wird der Bundesrat beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, damit das Gentech-Moratorium für die Landwirtschaft weiterhin befristet gilt. Auch meldete sich der St. Galler Bauer bei der Agrardebatte in der Herbstsession mehrmals pointiert zu Wort.

Dem Wahlsieger winkt nun einer der einflussreichsten Verbandsposten des Landes sowie ein 60-Prozent-Pensum. Ritter will sich nun auch auf seine Aufgaben als SBV-Präsident und Nationalrat konzentrieren. Bereits vor der Wahl stand sein Rücktritt als Präsident der St. Galler Bauern und als Stadtrat von Altstätten fest.

SDA/wid

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